Mit Holland das Depot aufmöbeln

23. März 2006, 19:04
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Das deutsche Bankhaus Wölbern startet in Österreich mit Immobilienfonds

Für Anleger, die in Immobilien investieren wollen und die Niederlande mögen, gibt es demnächst die passende Kombination: Ab 1. März legt das deutsche Bankhaus Wölbern mit dem Fonds Holland 61 einen geschlossenen Immobilienfonds erstmals in Österreich zur Zeichnung auf. Im Holland 61 befinden sich zwei niederländische Immobilien. "Wir halten das Portfolio bewusst klein, denn der Anleger soll wissen, in welche Objekte er investiert", erklärt Martin Ollendorff, Vorstand des Bankhauses Wölbern im Gespräch mit dem STANDARD. Rund acht bis zehn Millionen Euro will Wölbern in Österreich lukrieren. Die Zeichnungsfrist läuft voraussichtlich bis Mitte Mai. "Mit dem Schritt nach Österreich weiten wir zum ersten Mal unsere Vertriebsaktivitäten über die Grenzen Deutschlands hinaus aus", sagte Ollendorff.

Das Bankhaus Wölbern gilt als Erfinder der Holland-Fonds. Der Fondsname verrät das Investment-Ziel. Investiert wird immer in ein bis zwei Immobilien. "Die Niederlande bieten viele steuerliche Vorteile", erklärt Ollendorff die Vorliebe für dieses Land. Mittlerweile werden aber auch zehn Fonds vertrieben, die jeweils in Wien, Paris, London, Warschau und Berlin investieren. Anlage-Objekte werden immer in den Hauptstädten gesucht, denn "dort steckt die meiste Wirtschaftskraft, und Objekte können leichter wieder veräußert werden." Außer in den Niederlanden: Da die Leerstandsquote in Amsterdam derzeit hoch sei, investiere man dort auch in anderen Städten.

Wiener Immobilien beliebt

Da das Immobilieninteresse in Österreich derzeit groß sei, will das Bankhaus Wölbern heuer noch drei weitere Holland-Fonds auflegen. Ungefähr 50 Millionen Euro pro Jahr will Wölbern mittelfristig in Österreich einsammeln. Vertrieben werden die Produkte über die Erste Bank, Immorent, die Sparkassenverbände und über einige Privatbanken.

Aber nicht nur im Vertrieb, auch im Ankauf ist Wölbern in Österreich aktiv. Für den Fonds Österreich 04 - die Zeichnungsfrist ist im Jänner abgelaufen - wurde das Haus Bergkristall erworben, das zu 95 Prozent an die Bank Austria Creditanstalt vermietet ist. 175 Millionen Euro wurden dafür in Deutschland eingesammelt. Ein weiterer Österreich-Fonds ist bereits in Vorbereitung und soll ab April in Deutschland angeboten werden. Darin enthalten ist ein Gebäude in Wien-Simmering. Weitere Objekte werden gesucht.

Das Bankhaus Wölbern wurde 1956 gegründet und hat sich auf die Konzeption und den Vertrieb von geschlossenen Immobilienfonds spezialisiert. Seit 1993 wurden 70 Immobilienfonds, die in rund 90 Objekte investieren aufgelegt. 60 davon sind Holland-Fonds, der Rest verteilt sich auf Österreich, Deutschland, Polen, Großbritannien und Frankreich. Etwa 33.000 Anleger haben bisher 2,4 Mrd. Euro in diese Fonds investiert. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2006)

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