Britische Pensionsfonds in Not

22. März 2006, 16:08
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Hedgefonds und Derivate sollen Vorsorge-Lücke schließen

Britische Pensionsfonds stecken vermehrt Kapital in Hedgefonds, Beteiligungsgesellschaften und Immobilieninvestments, um die Rendite des ihnen anvertrauten Anlagekapitals weiterhin hoch zu halten beziehungsweise weiter zu steigern.

Watson Wyatt Worldwide, eine Beratungsgesellschaft für Pensionsfonds, hat im vergangenen Jahr 61 Pensionskontrakte für so genannte alternative Investments vergeben. Das ist fast doppelt so viel wie 2004, berichtete das Unternehmen. Die Gesamtzahl der vergebenen Anlagemandate stieg 2005 um 23 Prozent.

Der Anstieg bei alternativen Investments spiegle die Notwendigkeit wider, angesichts einer steigenden Lebenserwartung die wachsenden Kosten für die Pensionsleistungen abzudecken, heißt es. Und das werde immer notwendiger, denn bei den FTSE-100-Mitgliedern beläuft sich das Defizit zwischen den Vermögenswerten ihrer Pensionsfonds und den erwarteten Pensionsansprüchen auf umgerechnet etwa 96,9 Milliarden Euro, berichtet Watson Wyatt.

"Sie versuchen aus ihrem Kapital mehr herauszukommen", bringt es Wyatt-Sprecher Paul Deane-Williams auf den Punkt. Das bedeute, die Pensionsfonds wollen Risiken von Aktieninvestments streuen und suchen nach Anlagen, die mehr Wertsteigerung bieten, erklärt Deane-Williams.

Watson Wyatt hat die Zahl der Anleihemandate, die das Beratungsunternehmen im vergangenen Jahr im Namen von Pensionsfonds vergab, von 22 im Jahr 2004 auf 52 erhöht. Pensionsfonds würden zunehmend auch mit Anleihen aus den Schwellenländern liebäugeln, die bisher höhere Renditen bieten. Vermehrt Geld wird laut Watson Wyatt auch in Derivate gesteckt. (bpf, Bloomberg, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2006)

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