Chefsessel: Neue Bewerber

16. März 2006, 13:17
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Langsam aber sicher werden die Bewerberlisten für den Vorstandsposten in der Wiener Börse AG länger

Wien - Langsam aber sicher werden die Bewerberlisten für den vakanten Vorstandsposten in der Wiener Börse AG länger. Mit der Suche nach einem Nachfolger für den im Jänner abrupt abgesprungenen Börse-Chef Stefan Zapotocky hat der Aufsichtsrat unter Führung von Ex-BA-CA-Vorstand Friedrich Kadrnoska die Personalberater von Egon Zehnder beauftragt. Im Gespräch für den Posten ist der Chef der Raiffeisen-Kapitalanlagegesellschaft, Andreas Zakostelsky; gefragt wurde auch Kapitalmarktexperte Wolfgang Matejka (derzeit Meinl Bank), zudem gibt es ein paar versprengte Interessenten aus der Börse selbst.

Zwei Denkschulen

Was die Auswahl betrifft, gibt es unter Experten zwei Denkschulen: Die Großbanken (ihnen gehört die Mehrheit der Börse AG, sie dominieren den Aufsichtsrat) möchten, Überraschung, einen Kandidaten aus ihren Reihen einsetzen (Börse-Vorstandsmitglied Michael Buhl kommt aus der Erste Bank; Zapotocky kam aus dem BA-CA-Reich). Freigeister favorisieren Kandidaten, die nicht direkt aus einem Bank- in den Börsen-Chefsessel entsandt werden, weil sie davon "mehr Unabhängigkeit der Börse" erhoffen, wird erklärt.

Reizvolle Aufgabe mit erheblichem Potenzial

Zu letzterem Kandidatenkreis gehört wohl auch der 45-jährige Georg Klein, ein Ex-Giro-Banker, der "Benchmark" - einen Anbieter von alternativen Investments - aufgebaut und bis vor Kurzem geführt hat. Der Börse-Vorstand-Bewerber: "Die Wiener Börse wäre eine sehr reizvolle Aufgabe, sie hat noch erhebliches Potenzial." Ob Klein die große Chance bekommt, wird er bald wissen: Nächste Woche soll die Shortlist stehen, der Aufsichtsrat wird am 16. März entscheiden. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2006)

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