Unternehmen mit "Pep" für eine Anlage mit Kursfantasie

22. März 2006, 16:08
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Mid Caps gelten bei Investoren als Geheimtipp

Unternehmensübernahmen nähren oft die Kursfantasien. Dies gilt gerade für sogenannte Mid Caps, also Unternehmen mit einer Börsenkapitalisierung zwischen einer und zehn Milliarden Euro, erklärt Norbert Welp, Leiter des Bank- und Privatkundengeschäfts bei Pioneer Investments.

In den vergangenen Monaten haben vor allem Private-Equity-Fonds, also professionelle Investoren, Übernahmen in diesem Segment getätigt. Während diese Fonds in Deutschland gerade erst ihren Siegeszug antreten, zählen sie in den USA bereits zu den etablierten Größen.

Auch der Privatanleger kann sein Portfolio mit solchen Kursfantasien aufpeppen, ohne auf herkömmliche Formen der Geldanlage verzichten zu müssen. Auf den ersten Blick erscheine dies laut Welp zwar wenig ratsam, denn eine Anlagestrategie, die vorrangig auf Übernahmen setzt, sei hoch spekulativ. Bei Mid Caps ergebe sich jedoch ein anderes Bild: "Sie verbinden Kursfantasien durch mögliche Übernahmen mit einer soliden Anlagestrategie."

Amerikanische Mid Caps weisen historisch hohe Wertzuwächse auf. Beispielsweise stieg der Wert von Mid Caps seit 1928 jährlich um rund 11,8 Prozent, während größere Unternehmen lediglich 9,3 Prozent pro Jahr zulegen konnten. Das Portfolio kann mit diesen Unternehmen gut diversifiziert werden, da Mid Caps von einer kleineren Basis aus ein höheres prozentuales Wachstum erreichen.

Markt-Veränderungen

Aufgrund eines oft schlanken Managements und klar fokussierten Geschäftsmodellen reagieren sie schnell auf Veränderungen am Markt. Welp: "Mittelgroße Unternehmen bieten vielfach die besten Voraussetzungen für ein solides und schnelles Wachstum aus eigener Kraft."

Auch die Struktur der Finanzmärkte spreche für Mid Caps. Während bei den Börsenschwergewichten rund 600 Investmentfonds mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen US-Dollar aktiv sind und auch unter kleinen Unternehmen rund 300 solcher Fonds nach Anlagezielen suchen, zogen Mid Caps bislang das Interesse von verhältnismäßig wenigen professionellen Investoren auf sich. Rund 275 Investmentfonds bearbeiten hier das Feld. Dies mache Mid Caps umso attraktiver. Denn die Chancen, viel versprechende Kandidaten, die bislang noch nicht das allgemeine Marktinteresse auf sich gezogen haben, zu finden, steigen. Es spreche viel dafür, dass Fusionen und Akquisitionen gerade bei Mid Caps weiter zunehmen. Allerdings hänge diese Entwicklung nicht zuletzt von der volkswirtschaftlichen Entwicklung und dem Vertrauen in die Unternehmen ab.

Anleger sollten daher nicht allein auf Übernahmefantasien bauen, rät der Pioneer-Experte. Es gebe ja genügend andere gute Gründe, in Mid Caps zu investieren. Private-Equity-Fonds hätten dies schon lange erkannt. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2006)

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