David Irving: "Lasse mir nicht den Mund verbieten"

8. März 2006, 09:02
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Verurteilter Holocaust-Leugner gab TV-Interview

London/Wien - Der wegen Leugnen des Holocausts verurteilte Buchautor David Irving hat in einem Fernsehinterview eine Entschuldigung bei den Opfern des Nationalsozialismus abgelehnt. "Ich stamme aus einem freien Land und werde mir von niemandem den Mund verbieten lassen", sagte Irving am Mittwoch in einem Interview mit dem britischen Sender Sky Television. Historiker müssten die offiziellen Versionen der Geschichte hinterfragen dürfen. Das Recht auf Meinungsfreiheit schließe dabei auch das Recht ein, falsch zu liegen.

Ein Gericht in Wien hatte den 67-jährigen Briten am Montag zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er den Mord an sechs Millionen Juden geleugnet hatte. Irving kündigte an, das Urteil anfechten zu wollen. Die österreichische Staatsanwaltschaft ging ebenfalls in Berufung, um eine höhere Haftstrafe zu erreichen.

"Eher ihr Problem"

"Sie wollen die Strafe erhöhen, um mir noch länger den Mund zu verbieten. Das wird ihnen nicht gelingen", sagte Irving in dem TV-Interview. Auf die Frage, ob er die Beleidigung Tausender Holocaust-Überlebender durch seine Worte bedauere, erwiderte Irving: "Meinungsfreiheit bedeutet auch die Freiheit Dinge zu sagen, die andere Menschen nicht hören wollen. Und wenn sie das beleidigt, dann ist das eher ihr Problem und weniger mein Problem."

Irving bekräftigte zudem seinen Standpunkt, dass er sich persönlich nicht als einen Holocaust-Leugner betrachte. Er hinterfrage lediglich einzelne Aspekte der offiziellen Geschichtsschreibung und habe zudem seinen Standpunkt mittlerweile geändert. Die österreichischen Geschworenen hatten Irving dagegen nicht geglaubt, dass er wirklich seine Meinung geändert habe. Die vor Gericht gezeigte Reue werteten sie als Lippenbekenntnis und Prozesstaktik.

Der Autodidakt Irving ist Autor mehrerer Bücher über Adolf Hitler und das Dritte Reich. In einem britischen Gerichtsurteil wurde er als aktiver Holocaust-Leugner bezeichnet, der rechtsextremes Gedankengut verbreite. (APA/Reuters)

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