Menschenrechte verstehen

24. Februar 2006, 21:48
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Frauenspezifische Workshops im Frühjahrsprogramm der ai.academy

Das neue Frühjahrsprogramm der ai.academy beinhaltet Workshops, Trainings, Vorträge und Konferenzen, um das Bewusstsein für Menschenrechte zu fördern und Wissen mit Aktivismus zu verbinden.

Nur durch das Verstehen von Menschenrechten könne mensch sich auch für sie stark machen und sich für ihre Verwirklichung einsetzen, so Barbara Weber, Leiterin der ai.academy. Um ein solches Verständnis voranzutreiben, bietet die ai.academy ein vielfältiges Programm: Unter anderem gibt es Workshops zum Thema Migration, zum Umgang mit eskalierten Konflikten, zum Thema Todesstrafe und Folter und zum Erarbeiten von Grundlagen der lokalen Kampagnenarbeit.

"Mein Körper gehört mir!"

Reproduktive und sexuelle Rechte von Frauen sind Thema dieses Workshops, der am 19. März in Salzburg stattfindet. Jede vierte Frau werde Opfer sexueller Gewalt in einer Partnerschaft. Dies habe weitreichende Konsequenzen: unter anderem chronische körperliche und psychische Leiden, ungewollte Schwangerschaften oder die Infektion mit sexuell übertragbaren Krankheiten einschließlich HIV/Aids. Jährlich erleiden acht Millionen Frauen lebensbedrohliche Komplikationen im Zusammenhang mit Schwangerschaften und 68.000 Frauen sterben im Laufe von Abtreibungen. Dies seien nur einige Beispiele für Verletzungen reproduktiver und sexueller Rechte von Frauen. Im Workshop "Mein Körper gehört mir!" sollen diese Rechte erklärt und Faktoren aufgezeigt werden, die zu deren Verletzungen beitragen. Internationale Standards sollen besprochen und konkrete Fallbeispiele diskutiert werden.

"Schnitt ins Leben"

In dem Ende Juni in Wien statt findenden Workshop geht es um FGM (Female Genital Mutilation), eine geschlechtsspezifische, schwere Verletzung des Menschenrechts von Mädchen und Frauen auf physische Unversehrtheit. Geschlechtsverstümmelung bezieht sich auf das Wegschneiden von Teilen der weiblichen Genitalien und ist eine traditionelle Praktik, die in zahlreichen Kulturen und Ländern politisch, sozial, kulturell und ökonomisch tief verwurzelt ist. FGM sei als eine Kernfrage der Menschenrechte einzustufen. Im Workshop werden unter anderem Zusammenhänge von kultureller und geschlechtlicher Identität besprochen. Es solle aufgezeigt werden, wie Kontrolle über die Sexualität der Frau und ihre Fortpflanzungsfunktion erlangt wird. Auch Strategien zur Veränderung sollen besprochen werden.

Diskriminierende Symbole

Im Workshop "Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte" am 4. März in Wien geht es um Deutung, Wirkung und Umgestaltung von diskriminierenden Symbolen. All die Bilder und Symbole, denen wir in unserem Alltag begegnen, würden bewusst oder unbewusst unsere Wahrnehmung und Bewertung der Umgebung beeinflussen. Offene aber auch subtile Diskriminierungen wie Sexismus und Rassismus würden oft auf dieser bildlichen Ebene statt finden. Deshalb solle ein bewusster Umgang mit Symbolen erlernt werden, um stereotype Unterscheidungen wir zum Beispiel zwischen "Gut" und "Böse" oder zwischen "Abweichung" und "Normalität" zu verhindern.

Laut ai.academy werde eine diskriminierungsfreie Bildsprache zunehmend zum Wettbewerbsfaktor und Qualitätsmerkmal. Dieser Anfang März in Wien statt findende Workshop biete Werkzeuge, um mit dem in alltäglicher Symbolik präsentierten Lebensraum umgehen und ihn bewusst mitgestalten zu können. (red)

  • Artikelbild
    foto: ai-academy
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