Greenpeace errichtete "Umweltzone" vor dem Parlament

20. Juli 2006, 13:18
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Politikerautos auf Partikelfilter kontrolliert, beklebt und am Weiterfahren gehindert

Wien - Wenig Freude hatten heute, Mittwoch, Vormittag die Parlamentarier mit einer Greenpeace-Aktion vor dem Hohen Haus: Die Aktivisten errichteten eine so genannte Umweltzone, "kontrollierten" die Politikerautos, beklebten diese ungefragt mit Pickerln und hinderten einige an der Weiterfahrt. Gegen Mittag beendete die Polizei das Treiben und löste die "unangemeldete Demonstration" auf. Dabei kam es auch zu Festnahmen.

Bereits Anfang Februar war die Umweltorganisation vor dem Parlament zur Tat geschritten, hatte sich dabei aber auf Appelle beschränkt. "Fahrzeugkontrolle. Zulassungsschein und Partikelfilter vorweisen", forderten die Aktivisten jedoch heute von den Politikern. Die Dienst- und Privat-Autos auf dem Parkplatz wurden untersucht.

"Unser Greenpeace-Prognosesystem hat für heute eine neuerliche Überschreitung des von uns geforderten Grenzwertes für Ultrafeinstaub vorausgesagt. An solchen Tagen müssen Stinker in Umweltzonen stehen bleiben", so Erwin Mayer. Viele Abgeordnete würden weiter mit "Diesel-Stinkern" zum Parlament fahren, anstatt saubere Autos zu kaufen oder gleich mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Auf wenig Gegenliebe stießen die Umweltschützer beim ÖVP-Parlamentsklub, der sich heftig darüber beklagte, dass die Dienst- und Privatautos beklebt und beim Ein- beziehungsweise Wegfahren behindert wurden. "Eine derartige Vorgangsweise überschreitet jegliches Maß und ist ein Eingriff in die Privatsphäre der Mitarbeiter des Parlaments", so eine Aussendung. Auch eine Umweltorganisation wie Greenpeace könnte nicht unbegrenzt jedes Mittel anwenden, um ihren Protest kundzumachen. (APA)

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