"Zizek!": Die Theoriemaschine

23. Februar 2006, 01:40
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Astra Taylors Porträt "Zizek!" über einen volksnahen Star der Philosophenzunft

Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek ist ein Star seiner Zunft. Egal ob in Buenos Aires oder in New York – die Hörsäle sind zum Bersten gefüllt. Weil Zizek seine marxistisch-psychoanalytischen Betrachtungen stets auch mit Beispielen aus der Populärkultur versieht, vermag er auch Nichtakademiker zu begeistern.

Die US-Amerikanerin Astra Taylor hat dem Philosophen nun mit Zizek! ein Porträt gewidmet. Sie besucht ihn in seiner Wohnung in Laibach, wo er in sein unorthodoxes Aufbewahrungssystem Einblick gewährt oder auch nackt im Bett extemporiert. Sie begleitet ihn zu Lesungen – seine energetischen Auftritte sind Legende – oder betrachtet mit ihm eine Sendung über Jacques Lacan.

Wie noch in jedem Film über einen Philosophen, dominiert auch hier der Mensch über das denkerische Werk. Da Zizek, eine auf Hochtouren laufende Theoriemaschine, über beträchtliche performative Qualitäten verfügt, bleibt das dennoch ein lohnendes Unternehmen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2006)

Von
Dominik Kamalzadeh

Wien, Topkino

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    foto: topkino
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