Wiener Linien mit neuem Fahrgastrekord im Jahr 2005

12. Juni 2006, 16:44
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747 Millionen Öffi-Benutzer - Keine Fahrpreiserhöhung im Jahr 2006

Wien - Die Wiener Linien haben im Jahr 2005 einen neuen Fahrgastrekord erzielt. Insgesamt 747 Mio. Mal wurden die Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen der Bundeshauptstadt benutzt, um 11,5 Mio. mehr als 2004. Erreicht wurde dies in einem Jahr ohne Netzerweiterung, freute sich Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder (S) am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Eine Erhöhung der Fahrscheinpreise schloss er zumindest für 2006 aus.

Der Umsatz der Wiener Linien lag nach vorläufigen Zahlen bei 354 Mio. Euro. Beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) wurde ebenso wie 2004 ein Minus von 95 Mio. Euro eingefahren. Laut Günter Steinbauer ist das aber ein beachtlicher Wert, weil im Vorjahr die Lohn-, Material- und Energiekosten gehörig angestiegen seien. Die Schwarzfahrerrate lag wie in früheren Jahren im Bereich zwischen vier und sechs Prozent - ein Wert, der laut Wiener Linien nicht höher ist, als in geschlossenen U-Bahn-System mit automatischen Durchgangssperren wie etwa in Paris.

2006 keine Fahrscheinpreiserhöhung

Im Jahr 2006 investiert das Unternehmen 449 Mio. Euro, davon 298 Mio. Euro für den U-Bahn-Ausbau und 151 Mio. Euro für neues rollendes Material und Qualitätsverbesserungen, etwa durch den Ausbau des Fahrgastinformationssystems. Die Stadt springt zudem mit zusätzlichen 23 Mio. Euro ein, um die Lücke zwischen Ein- und Ausgaben zu schließen. "Die Frage der Fahrscheinpreiserhöhung stellt sich damit heuer nicht", so Rieder. Für das Folgejahr wollte er dagegen keine Prognosen abgeben: "Wie der Wirtschaftsplan 2007 aussieht, wird man sehen."

Höhepunkt für die Wiener Linien wird im laufenden Jahr die Verlängerung der Linie U1 in die Leopoldau sein. Die Eröffnung ist für September geplant, es kommen 4,6 Kilometer und fünf Stationen dazu. Auf der U-Bahn-Linie U6 kommen die ersten Wagen der insgesamt 38 neuen Garnituren des Typs T zum Einsatz, und auf U1, U2, U3 und U4 geht der so genannte V-Wagen mit zehn bis elf Wagen in Serie. Diese neue U-Bahn-Generation ist durchgehend begehbar und - ebenso wie alle anderen neu gekauften Fahrzeuge - auch klimatisiert.

In der Nacht von 25. auf 26. März 2006 startet auch die Neuorganisation des Wiener Nachtbus-Systems. Statt 22 wird es künftig 30 Linien geben, wobei unter der Woche verstärkt auch Anruf-Sammeltaxis, am Wochenende dafür mehr auf fixe Buslinien gesetzt wird. Künftig will man damit den Einzugsbereich auf 95,5 Prozent der Wiener erweitern, so Geschäftsführer Michael Lichtenegger. (APA)

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