Novartis Austria trotzt schwierigem Umfeld

14. März 2006, 15:43
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Österreich Tochter des Schweizer Pharmakonzerns steigerte 2005 Umsatz und Ergebnis deutlich

Wien - Die Österreich-Tochter des Schweizer Pharmariesen Novartis hat im Geschäftsjahr 2005 Umsatz und Ergebnis kräftig gesteigert. "Trotz schwierigem Marktumfeld" stieg der Umsatz von Novartis Austria um knapp neun Prozent auf knapp 1,294 Milliarden Euro. Die Erträge hätten sich "sehr erfreulich" entwickelt, sagte Novartis Austria-Chef Christian Seiwald am Mittwoch. Konkrete Ergebniszahlen nennt das Unternehmen nicht.

Bei der wichtigsten Einheit in Österreich, der auf Generika spezialisierten Tochter Sandoz GmbH mit den Tiroler Werken Kundl und Schaftenau, wuchs der Umsatz auf 1,094 Milliarden Euro, das sind knapp 85 Prozent der Gesamtumsätze in Österreich. Das Ergebnis habe sich bei Sandoz "mehr als verdoppelt", erklärte Sandoz-Chef Heinrich Scherfler. Allerdings sind darin auch nicht weiter präzisierte Transfergeschäfte enthalten.

Preisdruck auf Kundl

Trotzdem macht die Baseler Konzernzentrale Druck auf die Tiroler Werke. Europa und Österreich hätten im Vergleich zu Standorten wie China zu hohe Energiekosten, meint Novartis-Chef Daniel Vasella und drängt auf "bessere Rahmenbedingungen". Konkret beanstandete Scherfler heute die hohen Strompreise. Auch die Zuckermarktverordnung der EU habe die Beschaffungspreise für die jährlich benötigten 60.000 Tonnen Kohlehydrate verteuert. Die Energiekosten - 20 Millionen Euro für Strom und zehn Millionen Euro für Gas - hätten sich verdoppelt. "Wir müssen in Kundl um das besser sein, um was wir in Europa teurer sind", sagte Scherfler.

Sandoz beschäftigt in Österreich rund 2.600 Mitarbeiter, davon 412 im Bereich Forschung und Entwicklung. Die Produktion wurde im Vorjahr um 20 Prozent auf 274 Millionen Verpackungseinheiten erhöht. Für Forschung und Entwicklung wurden unverändert 90 Millionen Euro aufgewendet, rund 35 Millionen Euro flossen als Investitionen in Anlagen.

Mitarbeiter-Zahl nimmt ab

Die Zahl der Mitarbeiter bei Novartis Austria sank im Vorjahr wegen der Übersiedlung der Sandoz-Konzernzentrale aus Wien nach Bayern. Aktuell beschäftigt der Konzern in Österreich gut 3.100 Mitarbeiter. Im Bereich Forschung und Entwicklung waren 664 Personen beschäftigt, hier wurden 137 Mio. Euro investiert.

Knapp 85 Prozent des Novartis Austria-Umsatzes entfallen auf Sandoz. Auch die übrigen Geschäftsfelder verzeichneten Zuwächse: Der Bereich Pharma (9,5 Prozent Umsatzanteil) wuchs um 6 Prozent, der Bereich Tiergesundheit (3,4 Prozent Anteil) um 22 Prozent. Nicht mehr als je ein Prozent Umsatzvolumen entfiel auf die Bereiche Consumer Health/Gebro (+2,5 Prozent), den Kontaktlinsenbereich Ciba Vision (+1,5 Prozent) und Ernährung/Nutrition (+0,7 Prozent).

Hoher Wehrwertsteuersatz

Seiwald kritisiert heute auch den vergleichsweise hohen Mehrwertsteuersatz auf Medikamente in Österreich. Wünschenswert wäre eine Senkung des Satzes von derzeit 20 auf 10 Prozent. Novartis Austria fordert unter anderem einen neuen Erstattungskodex und einen Bürokratieabbau. "Nicht ideal" sei auch die "zwangsverordnete" Preissenkung des Originalprodukts bei Markteintritt eines dritten Generikums. (APA)

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