Radiosender für Weißrussland nimmt in Polen Betrieb auf

13. März 2006, 15:13
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"Radio Racja" soll täglich zwei Stunden Nachrichten ausstrahlen - Finanzielle Unterstützung durch Regierung in Warschau

Am Mittwoch nimmt das aus Polen sendende Weißrussisch-sprachige "Radio Racja" seinen Betrieb auf. Das berichtet die polnische Tageszeitung "Rzeczpospolita". Ein Monat vor den Präsidentschaftswahlen soll es den Weißrussen zwei Stunden täglich Nachrichten liefern. "Wir möchten die Schulden aus kommunistischen Zeiten abbezahlen, als sich Polen auf Nachrichten von Radio Freies Europa verlassen konnte", erklärte Michal Dworczyk, Berater des polnischen Premiers Kazimierz Marcinkiewicz, gegenüber der Zeitung.

"Objektive Nachrichten statt Propaganda"

"Radio Racja" soll redaktionell unabhängig arbeiten, wird jedoch von der polnischen Regierung finanziell unterstützt. "Es soll dem Aufbau der demokratischen Gesellschaft in Weißrussland dienen. Unsere Nachbarn im Osten können jetzt mit objektiven Nachrichten statt mit Propaganda rechnen", erklärte Dworczyk.

Beobachtern zufolge könnte sich "Radio Racja" rasch zum wichtigsten unabhängigen Radiosender in weißrussischer Sprache entwickeln. Ein von der Europäischen Union finanziertes weißrussisches Radio werde es noch lange nicht geben, schreibt "Rzeczpospolita". Das unabhängige "Radio Swoboda" verfüge über einen schwachen Sender, was den Empfang stark verschlechtere. Das weißrussische Programm der Deutschen Welle umfasse nur 15 Minuten täglich.

Früher wegen Verschuldung geschlossen

"Radio Racja" gab es bereits in den Jahren 1999-2002, bevor der Sender wegen hoher Verschuldung geschlossen wurde. Die linke Regierung unter Marek Belka sah im Staatsbudget für 2006 fast eine Million Zloty (264.739 Euro) für die erneute Inbetriebnahme des Radios für Weißrussland vor. Die neue rechtskonservative Regierung beschloss kurz nach ihrer Berufung, dass der Sendebetrieb möglichst rasch starten solle. (APA)

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