Opposition über Inserate der Ministerin empört

16. März 2006, 12:01
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Wissenschaftssprecher kritisieren Werbeeinschaltung von Ministerin Gehrer: "Ungenierte Selbstbedienung der ÖVP am Steuergeld"

Als "eine perfide Mischung aus Halb- und Unwahrheiten" hat SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal am Mittwoch eine Werbeeinschaltung von Ministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) in der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" kritisiert. "Was Gehrer hier behauptet, hat mit der realen Situation an den Unis nichts zu tun. Es handelt sich um eine ungenierte Selbstbedienung der ÖVP am Steuergeld", kritisierte Broukal in einer Aussendung. Verärgert zeigten sich auch die Grünen: Ein solches Inserat könne nicht darüber hinweg täuschen, dass "Gehrer und Schüssel Österreich in die schwerste Bildungs- und Wissenschaftskrise seit Langem geführt haben", meinte Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald.

Im Inserat wirbt das Ministerium unter anderem mit "gesicherten Studienplätzen für Österreichs Medizinstudierende". Eine falsche Darstellung, meint der SP-Wissenschaftssprecher und verweist auf die große Zahl österreichischer StudienwerberInnen, die sich für den Aufnahmetest für die 1.140 Plätze an den Medizinunis Wien und Innsbruck angemeldet haben.

Auch die im Inserat beworbene zusätzliche Uni-Milliarde sei eine Falschmeldung: "Nur 525 Millionen Euro kommen direkt der Lehre und Forschung zugute", erklärte Broukal. Die restlichen Mittel würden "in bauliche Investitionen" gehen, die verhindern sollen, dass der Aufenthalt in einer Uni zur Gefahr wird", so Broukal. Grünewald schließlich bezeichnete die vom Ministerium beworbene Zahl der StipendienbezieherInnen in Österreich als "unterdurchschnittlich".

Der Grüne Wissenschaftssprecher kündigte eine parlamentarische Anfrage an, um Hintergründen und Kosten von Gehrers Inserat nachzugehen. Sein sozialdemokratischer Kollege Broukal forderte das Ministerium auf, "das Geld, das für derartige PR-Aktionen missbraucht wird, lieber den Universitäten zukommen zu lassen". (sof)

    <p>Pikantes Detail zur Anzeige: Sie erschien auf der selben Seite, auf der über die <a href="?id=2353053">Anmeldungen für die Aufnahmeprüfung </a>an den Medizinunis Wien und Innsbruck mit dem Titel "Sechs Beweber je Uniplatz" berichtet wird. </p>
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