Audi mit zehntem Absatzrekord in Folge

15. März 2006, 09:15
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Modelloffensive geplant - Offen ist, ob aus der Kooperation mit KTM ein Serienauto entsteht

Mutter Volkswagen ist in der Krise, Tochter Audi glänzt glücklicherweise für die Familie mit einem Rekordergebnis: 1,3 Milliarden Euro konnte der süddeutsche Autohersteller im Vorjahr als Vorsteuergewinn gutschreiben, um 14,6 Prozent mehr. Der Konzernumsatz stieg um 8,5 Prozent auf 26,6 Mrd. Euro. Die Rendite liegt somit bei knapp fünf Prozent, einem respektablen Wert in hochkompetitiven Zeiten - in denen etwa der Stuttgarter Konkurrent Mercedes unlängst einen 505-Mio.-Euro-Verlust veröffentlichte. BMW und auch Porsche liegen aber hier mit acht Prozent Rendite und mehr eindeutig noch über den Ingolstädtern.

Der Mercedes-Verlust resultierte aber nicht aus dem Kerngeschäft, sondern aus Restrukturierungskosten bei Smart. Premiumautos (margenstarke Sonderausstattungen und Individualisierung von Automobilen) verkaufen sich hervorragend: Audi lieferte 2005 weltweit 829.100 Fahrzeuge aus (zusätzlich 1600 Lamborghinis), das ist der zehnte Rekord in Folge.

Noch lange nicht der Plafond

Für Vorstandschef Martin Winterkorn ist dies noch lange nicht der Plafond: "2008 wollen wir die magische Grenze von einer Million Fahrzeugen erreichen, bis 2015 mindestens 1,4 Millionen", kündigte er bei der Bilanzpressekonferenz an. Zum Vergleich: BMW (ohne Mini) setzte im Vorjahr 1,127 Mio. Wagen ab (plus zehn Prozent), Mercedes-Benz 1,077 Mio. (plus 1,6 Prozent). Insgesamt gelte im Markt die Devise: "Verdrängen, um nicht verdrängt zu werden."

Wachsen will Audi einerseits vor allem in den asiatischen Märkten sowie mit dem neuen Geländewagen Q7 in den USA. Weiters wird die Modellpalette um einige neue Modelle erweitert. So kommt 2007 ein 420-PS-Supersportwagen namens R8, im zweiten Halbjahr nächsten Jahres ein Coupé mit der Bezeichnung A5. Einem - von einigen deutschen Medien zuletzt herbei geschriebenen - Kleinst-Audi erteilt Winterkorn hingegen eine Absage: "Ein A1 kommt nicht, über einen neuen A2 denken wir noch nach."

In Sachen KTM

Zur Kooperation mit dem oberösterreichischen Motorradhersteller KTM bei einem Leichtbau-Sportwagen sagt der Audi-CEO: "Entschieden ist da noch nichts. Für uns ist KTM aber eine sehr interessante Firma." KTM-Eigner Stefan Pierer hatte sich zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass eine Kleinserie gebaut werden könnte. Details schuldig bleibt Winterkorn auch in Sachen der Kooperation mit Red Bull bei einer Light-Version eines Motorsportzentrums auf dem ehemaligen A1-Ring-Gelände im steirischen Spielberg: "Die einzige Vereinbarung, die wir derzeit haben, ist die mit Red Bull Salzburg - und da geht es nur um Fußball." (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2006)

Leo Szemeliker aus Ingolstadt
  • Die VW-Tochter war schon im Jahr 2005 recht erfolgreich. Auch 2006 will Audi die Ertragsperle der gebeutelten Wolfsburger bleiben.
    foto: audi

    Die VW-Tochter war schon im Jahr 2005 recht erfolgreich. Auch 2006 will Audi die Ertragsperle der gebeutelten Wolfsburger bleiben.

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