Jürgen Flimm versucht zu intervenieren

13. Juni 2006, 15:47
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Frankfurter Theater-Streit schwelt weiter - mit Eindämmungen und neuen Vorwürfen

Frankfurt/Gelsenkirchen - Der Streit um den Eklat bei einer Aufführung des Frankfurter Schauspiels schwelt auch fünf Tage danach weiter. Der Intendant der RuhrTriennale, Jürgen Flimm, forderte Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) am Dienstag auf, schlichtend einzugreifen.

Der Schauspieler Thomas Lawinky hatte den Kritiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Gerhard Stadelmaier, bei einer Premiere am Donnerstagabend beschimpft und ihm den Notizblock entrissen. Er wurde daraufhin entlassen. "Vor keinem Gericht der Welt hätte diese Kündigung Bestand", schrieb Flimm am Dienstag in einem Offenen Brief an Roth.

"Überreaktion" und vermutete "Strategien"

Der Hausregisseur des Schauspiels Frankfurt, Armin Petras, nannte das Verhalten Lawinkys am Dienstag im Deutschlandfunk zwar einen "dummen Fehler". Jedoch habe auch der "F.A.Z."-Autor "überreagiert": "Wenn sie sich anschauen, was Herr Stadelmaier über mich oder über viele andere Künstlerkollegen geschrieben hat - ich glaube, da sind wir um Längen weniger sensibel als der Herr selber."

Der Dresdner Vorsitzende der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein, Holk Freytag, rügte das Vorgehen des Kritikers, der auf Konsequenzen gedrängt hatte, als "Eingriff in die Autonomie des Schauspiels Frankfurt". Gleichwohl sei Lawinkys Verhalten nicht zu akzeptieren. Schauspiel-Intendantin Elisabeth Schweeger sagte im Hessischen Rundfunk (hr), sie vermute "Strategien" hinter dem Vorgehen Stadelmaiers: "Dass es darum geht, eine ganz bestimmte Kunstform zu schädigen." Zur Wehr setzen müsse sich das Theater aber "durch unsere künstlerische Arbeit". (APA/dpa)

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