Zapatero lehnt Endesa-Übernahme ab

27. März 2006, 14:48
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Barangebot in Höhe von 29,1 Milliarden Euro

Madrid - Spaniens Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hat Medienberichten zufolge E.ON darüber informiert, dass er eine Übernahme Endesas durch Deutschlands größten Energiekonzern ablehne. Die Düsseldorfer hatten am Dienstag ein Barangebot in Höhe von 29,1 Milliarden Euro für die spanische Endesa vorgelegt. Damit überboten sie die bereits von der Regierung in Madrid gebilligte knapp 22 Milliarden Euro schwere Offerte des spanischen Konzerns Gas Natural deutlich.

"El Pais":Zapatero lehnt Endesa-Übernahme durch E.ON ab

Die spanische Tageszeitung "El Pais" berichtete in ihrer Mittwochausgabe, Zapatero habe den E.ON-Chefs in Madrid gesagt, ihm missfalle deren Offerte. Zudem habe er zum Ausdruck gebracht, dass die Regierung Endesa als strategisch wichtig für das Land betrachte. Die spanische Regierung suche nach rechtlichen Möglichkeiten, um das Geschäft zu verhindern, hieß es in dem Bericht weiter. Sie habe die Möglichkeit, ein Veto einzulegen, da sie über eine so genannte Goldene Aktie ("golden share") verfüge, die noch bis Juni 2007 gültig sei.

Auch die Zeitung "El Mundo" berichtete auf ihrer Internet-Seite, Zapatero habe E.ON-Chef Wulf Bernotat gesagt, er lehne die Offerte ab. In Regierungskreisen hieß es jedoch, Zapatero sei nicht soweit gegangen, das Geschäft abzulehnen. Er habe vielmehr gesagt, die Auswirkungen der Offerte müssten analysiert werden.

Regierung will nationalen Energieversorger

Zapateros Sprecher Fernando Moraleda hatte zuvor dem Radiosender "SER" gesagt, Spanien werde alle Regeln des Marktes respektieren. Er fügte jedoch hinzu: "Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, damit die Spanier einen Energie-Sektor haben, dessen Basis und Mutter national sind."

Für Spaniens Regierung würde der E.ON-Vorstoß das Ende der Pläne bedeuten, einen großen nationalen Energieversorger zu schmieden. E.ON will durch die Übernahme an die Weltspitze der Strom- und Gasversorger rücken. Endesa bezeichnete das Angebot als nicht angemessen. Zusammen mit den Schulden, Rückstellungen und Restrukturierungskosten des spanischen Stromriesen geht es für E.ON um ein Gesamtvolumen von gut 55 Milliarden Euro. Dies wäre die teuerste Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland. (APA/Reuters)

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