Carmen und die Tiefe der Fragen

3. März 2006, 22:09
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Schauspielerin und Stargast trat in Lugners Kinowelt auf: "Ich bin doch nur für den Opernball hier"

Carmen Electra kam, machte ihren Job und antwortete. Dass die Schauspielerin das Niveau des Opernballs senken könnte, braucht man nicht zu befürchten. Es wäre hingegen interessant, was sie nach ihrem ersten Auftritt über die Österreicher und ihre Fragen denkt.

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Wien – "Ich bin doch nur für den Opernball hier", seufzte der Stargast. Wenn jemand wie Carmen Electra neben den Lugners in Lugners Kinowelt auftritt – wie sollte sie auch mit einer Frage rechnen wie: "Pamela Anderson isst keine Tiere. Haben Sie auch eine Botschaft?" Electra stutzt. Und gibt dann entwaffnend ehrlich zur Antwort: "Gosh!"

"La who?"

Das Playboy- und Hustler- Model weiß mit anderen Fragenkalibern besser umzugehen. Wie ihr Kleid sei? "Klassisch, ein bisschen sexy." Es wird keine Robe des österreichischen Schneiders La Hong sein. "La who?", fragte sie. Gesellschaftsreporter setzen da nach: "Passt Unterwäsche drunter?" Da schlägt Electra den Blick unschuldig schulmädchenhaft zu Boden und haucht: "Ja, natürlich."

Foto: STANDARD/Cremer

Die Schauspielerin macht ihren Job. Wirbt für den Film "Im Dutzend billiger", leiht der Kosmetikfirma "Max Factor" begeistert ihr Gesicht – schließlich ist sie hier nicht wie in Baywatch und am Opernball Nachfolgerin von Pamela Anderson. Bei Max Factor seien ihre Vorgängerinnen immerhin Jean Harlow und Marilyn Monroe.

Carmen Electra vermag das Ball-Niveau nicht zu drücken

Opernball-Urmutter Christl Schönfeldt braucht sich wegen der "Weiber" von Herrn Lugner jedenfalls keine Sorgen machen. Carmen Electra vermag das Ball-Niveau nicht zu drücken – auch wenn sie nicht weiß, wer der zweite Gast von Herrn Lugner ist. Ein Gewisser Herr Gaddafi nämlich, Sohn eines wichtigen Menschen in Libyen.

Drum antwortet sie auf die Frage, ob sie mit Gaddafis Sohn tanzen werde, lieber mit einem vorsichtigen "Ich weiß nicht. Schauen wir, wie sich der Abend entwickelt." Was sie an Wien wirklich interessiert? Die Sängerknaben. "Als ich neun Jahre alt war, sang ich in einem Gospelchor und da wollte unser Lehrer immer, dass wir singen wie die Wiener Sängerknaben."

"A kind of a joke"

Es ist eher die Reaktion ihrer Umgebung. Wenn etwa zum x-ten Mal gefragt wird, ob sie tatsächlich alle sieben Sekunden an Sex denke? "Eher alle fünf." Das sei doch nur "a kind of a joke" gewesen. Und wie das war, als sie unlängst in einer TV-Show Viktoria Silvstedt küsste? "Unschuldig." Ob sie am Ball strippen werde? "Nein, sicher nicht." Und dann Richard Lugner. Der betonte: Die Oberweite sei nicht alleine ausschlaggebend für die Auswahl seiner Gäste. Herrn Lugner sind auch andere Werte wichtig: "Sie hat auch ein sexy Gesicht und eine sexy Persönlichkeit."

Foto: STANDARD/Cremer

Nein, Carmen Electra senkt das Niveau der Wiener Opernball-Gäste gewiss nicht. Schließlich hat sie am Ende der Pressekonferenz doch noch eine Botschaft: Sie setzt sich nämlich für krebskranke Kinder ein und zeigt ihnen Hollywood.

Und der "Weltfriede". Der wäre ihr auch noch wichtig. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD – Printausgabe, 23. Februar 2006)

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    Der Opernball "scheint sehr glamourös zu sein." Promi-Gast Carmen Electra und Richard Lugner.

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