EU hebt Wachstumsprognose leicht an

31. März 2006, 19:17
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Die EU-Kommission rechnet für heuer in der ganzen Union mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum als noch im Herbst vorausgesagt

Was in Brüssel schon erwartet worden war, bestätigte EU-Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia am Dienstagnachmittag offiziell: Die EU-Kommission hebt die Wachstumsprognose für heuer leicht an. Wie Almunia bekannt gab, rechnet die Kommission für 2006 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent. Im Herbst war man von 2,1 Prozent ausgegangen. Für die Eurozone bleibt die Einschätzung mit einer Zunahme um 1,9 Prozent allerdings gleich. 2005 war das Wachstum in der EU bei 1,5 und in der Eurozone bei 1,3 Prozent gelegen.

Ölpreise moderat

Gründe für den etwas optimistischeren Blick in die nahe Zukunft sind einerseits die Belebung der privaten Investitionen, andererseits kräftige Unternehmensgewinne und weiterhin günstige Finanzierungsbedingungen. Dadurch werde die seit Sommer anhaltende positive Wachstumsdynamik beschleunigt, auch wenn die Zahlen im vierten Quartal 2005 enttäuschten. Als Risiken für die Einschätzung nannte Almunia den Ölpreis und globale Leistungsbilanzungleichgewichte. Die Kommission geht aber davon aus, dass die Ölpreise bis Jahresende nur moderat steigen und auch der Euro-Dollar-Wechselkurs fast gleich bleibt.

Als positives Beispiel nannte Almunia die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Für Deutschland hat die EU-Kommission ihre Prognose von 1,2 Prozent im Herbst auf nunmehr 1,5 Prozent nach oben revidiert. Wie Almunia erläuterte, rechne er mit einem Anstieg der Investitionen, aber auch mit einem Anziehen der Binnennachfrage, was bisher das größte Problem in Deutschland war. Die Nachfrage aus dem Ausland sei weiterhin hoch, was zum Anhalten des Exportbooms führen dürfte, so die Einschätzung des EU-Kommissars.

Bessere Stimmung

Auch die Stimmung in der Weltwirtschaft hat sich deutlich verbessert. Zum Jahresbeginn stieg der Weltwirtschaftsklima-Index sprunghaft um fast zehn Punkte auf 109,2 Punkte an, teilte das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in einer Aussendung am Dienstag mit. Dazu trägt insbesondere eine bessere Einschätzung der Lage in Westeuropa bei. (Alexandra Föderl-Schmid aus Brüssel, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.2.2006)

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