Britische Mediziner sollen auf "tödliche" Krawatten verzichten

1. März 2006, 12:19
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Studie des britischen Medizinerverbandes: Teils lebensbedrohliche Keime sammeln sich im Schlips - Protest von britischen Schnei­dern

London - Krawatten können angeblich tödlich sein und zwar längst nicht nur als Würgeschlinge. Auf den Krawatten von Ärzten tummeln sich einer Studie des britischen Medizinerverbandes (BMA) zufolge derart viele Krankheitskeime, dass sie für manche Patienten lebensbedrohlich seien. Deshalb empfahl der Verband jetzt den Ärzte des Königreichs, im Dienst auf Krawatten zu verzichten, berichtete am Dienstag die Zeitung "Daily Telegraph".

"Menschen fassen ihre Krawatten ständig an und tragen sie über einen längeren Zeitraum. Das ist eine potenzielle Gefahr", erklärte Vivienne Nathanson, Leiterin der BMA-Abteilung Ethik und Wissenschaft. Die Studie des Medizinerverbandes kam zu dem Ergebnis, dass die Krawatten mit zur Ausbreitung so genannter Healthcare Associated Infections (HAI) - Infektionen im Zusammenhang mit der Gesundheitsfürsorge - beitragen.

Widerspruch von britischen Schneidern

Die Warnung des BMA stieß sofort auf Widerspruch der britischen Schneider. "Ich habe diesen Schlips letzte Woche drei Mal getragen, aber ich ich glaube nicht, dass er irgendjemanden töten könnte", schimpfte Starschneider Timothy Everest, zu dessen Kunden Ärzte, aber auch der Fußballer David Beckham und Hollywood-Star Tom Cruise gehören. Allerdings sei es gut, wenn ein Mann mindestens zwölf Krawatten zum ständigen Wechseln besitze, die er dann auch regelmäßig zur Reinigung bringen solle. (APA/dpa)

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    montage: derstandard.at
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