Übernahmekandidat ProSiebenSat.1 putzt sich weiter heraus

13. März 2006, 16:22
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Vorsteuergewinn 2005 um 61 Prozent auf 350,7 Millionen Euro geklettert

Deutschlands größter TV-Konzern ProSiebenSat.1 macht trotz der ungeklärten Eigentümer-Situation glänzende Geschäfte. Die geplatzte Fusion mit dem Springer-Verlag habe in den vergangenen Monaten viel Management-Kapazität gebunden, sagte ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch am Dienstag in München. "Dennoch ist es uns gelungen, uns auf unser operatives Geschäft zu konzentrieren."

Nach einem Rekordjahr 2005 wolle die Senderkette im laufenden Jahr bei Umsatz und Ergebnis weiter zulegen. Dabei setze man auf ein Wachstum des Werbemarkts sowie auf Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts. Im vergangenen Jahr war der Vorsteuergewinn um 61 Prozent auf 350,7 Millionen Euro gestiegen.

Stabilität für die nächsten Monate garantiert

Nach der gescheiterten Übernahme durch den Springer-Verlag gehört die Senderkette vorerst weiter einem Konsortium um den US-Milliardär Haim Saban. Derzeit sucht die Gruppe zwar offiziell keinen neuen Käufer, laut Branchenkreisen will sie aber auch nicht langfristig engagiert bleiben. Zumindest für die nächsten Monate sei aber Stabilität garantiert, sagte de Posch. Er stellte aber klar, dass die Übernahme durch Springer, die an Kartellproblemen scheiterte, nach seiner Einschätzung eine gute Lösung gewesen wäre.

Für potenzielle neue Käufer wird ProSiebenSat.1 zunehmend attraktiver. Im vergangenen Jahr konnte der Konzern den Umsatz dank einer Belebung des Werbemarkts und einem besseren Marktanteil um mehr als acht Prozent auf 1,99 Milliarden Euro steigern. "Es ist uns gelungen, unser Kerngeschäft Fernsehen in einem stagnierenden Markt weiter zu stärken", sagte de Posch. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen wuchs um 30 Prozent auf 418,5 Millionen Euro.

Unter den Sendern der Gruppe blieb im vergangenen Jahr zwar ProSieben der ertragsstärkste Kanal, allerdings hat das frühere Problemkind Sat.1 mächtig aufgeholt. Den Vorsteuergewinn steigerte Sat.1 um rund 80 Prozent auf 161 Millionen Euro. ProSieben fiel dagegen leicht auf 167 Millionen Euro zurück. Im laufenden Jahr haben die Privatsender einen Startnachteil: Die Großereignisse Olympische Winterspiele und Fußball-WM laufen bei den Öffentlich-Rechtlichen. Die Gruppe wolle trotzdem versuchen, im Kerngeschäft besser abzuschneiden als der Werbemarkt, sagte de Posch. (APA)

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