Verbraucher müssen mit höheren Preisen rechnen

13. März 2006, 12:02
posten

DIW-Expertin und Verbraucherschützer warnen vor Marktmacht

Berlin - Die von E.ON geplante Milliardenübernahme auf dem Strom- und Gasmarkt wird sich nach Experteneinschätzung für Verbraucher negativ auswirken: "Zusammenschlüsse und Marktkonzentration werden eher zu höheren Preisen führen", sagte die Energie-Expertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, am Dienstag.

Sinkender Wettbewerb

Weil es europaweit immer weniger Anbieter gebe, werde der Wettbewerb gebremst. Es sei wichtig, dass nun gegengesteuert werde, beispielsweise durch mehr Transparenz und niedrigere Durchleitungsentgelte.

Auch Vebraucherschützer warnten vor steigenden Preisen durch die wachsende Marktmacht einiger weniger Anbieter für Gas und Strom. "Jetzt sieht man, wohin die Gewinne der Energiekonzerne fließen", sagte der Branchen-Fachmann des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Holger Krawinkel. Je mehr einige wenige Unternehmen den Markt dominierten, desto größer würden die Margen und desto mehr Geld sei für weitere Übernahmen vorhanden. "Der Prozess beschleunigt sich zunehmend", sagte er.

Forderung nach Kontrollinstanz

Krawinkel forderte daher, dass es auch auf europäischer Ebene eine Kontrollinstanz für die Versorger nach dem Vorbild der Bundesnetzagentur in Deutschland geben müsse. Diese müsse vor allem dafür sorgen, dass bei der Energieversorgung Netzbetrieb, Handel und Erzeugung stärker voneinander getrennt würden.

Zuvor hatte der deutsche Energiekonzern Eon bekannt gegeben, den spanischen Stromversorger Endesa für 29,1 Mrd. Euro übernehmen zu wollen. Der Düsseldorfer Konzern würde durch das Geschäft nach eigenen Angaben der weltweit größte Anbieter für Strom und Gas. (APA/AFP)

Share if you care.