Fremde Feder: Grazie, Carabinieri!

21. Februar 2006, 12:56
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Eigentlich ist ein großes „Grazie“ angebracht. Grazie, Carabinieri. Grazie für einen großen Dienst für die Gesundheit am Arbeitsplatz. Von Peter Pilz

Es geht um ein Prinzip: Soll toleriert werden, dass man zu allen Mitteln greift, um zu Höchstleistungen fähig zu sein? Das ist keine Frage, die auf die kleine Gruppe von Abfahrern, Langläufern und Rodlern beschränkt ist. Das ist die Frage, die sich immer öfter am Arbeitsplatz stellt.

Doping ist, wenn man eigentlich nicht arbeitsfähig ist und sich mit Tabletten fit macht. Doping ist, wenn man längst nicht mehr kann aber weiß, dass man nur etwas schlucken muss. Doping ist, wenn man dem Hochleistungsdruck über die eigene körperliche Grenze hinaus nachgibt.

Sportler sind Vorbilder. Das gilt nicht nur für die Sportskameraden, die sich jahrelang für den olympischen Gedanken quälen. Das gilt auch für Spritzer und Schlucker, für die Konsumenten von Eigenblut und Fremdwirkstoff.

Es gibt noch keinen Unternehmer, der seinen Mitarbeitern Tabletten und Spritzen anbietet. Ich kennen auch keinen Firmenchef, der statt Spitzenkräften Spritzenkräfte beschäftigt. In diesem Sinne warten auf den ÖSV-Präsidenten nach seiner Heimkehr nicht nur Feiern, sondern immer mehr Fragen. Auch im Dienst der Gesundheit am Arbeitsplatz. (Peter Pilz)

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