Traumstart für Schweizer Außenhandel

16. März 2006, 15:52
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Erneut mehr als eine Milliarde Franken Überschuss

Bern - Für die Schweizer Exportwirtschaft ist äußerst gut ins neue Jahr gestartet: Die Ausfuhren kletterten im Jänner um 15,7 Prozent; so stark wie seit August 2004 nicht mehr. Der Absatz wuchs in allen Wirtschaftsräumen zweistellig, in Russland sogar um 80 Prozent.

Kräftiger Preisanstieg

Ausgesprochen kräftig fiel aber auch der Preisanstieg aus, den die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) in einer vom Dienstag auf 7,9 Prozent schätzte. Teuerungsbereinigt nahmen die Schweizer Ausfuhren also nur um 7,2 Prozent zu. Hauptgrund für den Preisanstieg sind die um 21,6 Prozent verteuerten Pharmaausfuhren.

Importe boomen

Die Zunahme an Importen betrug im Jänner 16,1 Prozent, real 12,3 Prozent. Bei den Importen hat sich der Preisanstieg gegenüber den beiden letzten Monaten des Jahres 2005 fast halbiert, die Konsumgüterpreise waren sogar leicht rückläufig.

Bei Exporten von 13,050 Mrd. Franken und Importen von 11,836 Mrd. Franken resultierte im Jänner ein Handelsbilanzüberschuss von 1,214 Mrd. Franken (777 Mio. Euro). Er war damit um 11,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Textilindustrie gegen den Trend

Mit Ausnahme der Textilindustrie (-0,3 Prozent) legten alle Branchen gute bis sehr gute Exportergebnisse vor, wie die Zollverwaltung bilanzierte. Allerdings sei der Vergleichsmonat im Vorjahr insgesamt schwach gewesen.

An der Spitze mit Wachstumsraten zwischen 18 und 23 Prozent stand wie im abgelaufenen Jahr das Branchentrio Präzisionsinstrumente, Chemie sowie Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Innerhalb der Chemie wies die Pharmasparte einen Absatzsprung von einem Viertel auf.

Ausfuhren nach Österreich stark im Plus

Am stärksten nahmen die Schweizer Ausfuhren nach den Transformationsländern zu. Neben Russland (+80 Prozent) verzeichneten auch Österreich, Tschechien und Indien mit Zunahmen von 40 Prozent und mehr ein starkes Plus. In die EU wurden 13,7 Prozent mehr Güter abgesetzt, in den USA rund ein Sechstel.

Bei den Importen fallen weiterhin die Energieträger auf. Bedingt durch die Erdölverteuerung nahmen diese Einfuhren um 68,1 Prozent zu. Teuerungsbereinigt betrug die Steigerung immerhin 12 Prozent. Um rund einen Sechstel weiteten sich die Importe von Konsumgütern aus.

Die Importe aus den Entwicklungsländern - vor allem aus Erdölstaaten - stiegen noch stärker als jene aus den Transformationsländern. Die Einfuhren aus der EU nahmen um einen Sechstel zu. Auch hier verbuchte Russland (+122 Prozent) das stärkste Wachstum. (APA/sda)

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