ÖVP sieht "Schlamperei" in Wiener Spitälern

2. März 2006, 17:41
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Kontrollamt: Pflegepatienten warten mangels Alternativen in teuren Krankenhausbetten

Wien - "Schlampereien und Strukturprobleme auf allen Linien" sieht die Wiener ÖVP im Gesundheits- und Sozialwesen der Bundeshauptstadt. Bestätigt fühlt sich VP-Gemeinderätin Ingrid Korosec durch 16 aktuelle Prüfberichte des Kontrollamts, die sich mit dem Krankenanstaltenverbund (KAV), dem Fonds Soziales Wien (FSW) und dem AKH auseinander setzen und kommenden Montag den Kontrollausschuss beschäftigen.

Insbesondere das Betten-und Belegsmanagement wird vom Kontrollamt als unkoordiniert und mangelhaft beschrieben: Eine "nicht unbeträchtliche Zahl an Gangbetten" wäre durch Ausschöpfung abteilungsinterner und -übergreifender Bettenkapazitäten" vermeidbar gewesen, heißt es in einem der Berichte.

Nach wie vor gebe es viele Pflegepatienten, die in Krankenhäusern auf einen Pflegeplatz warten. Und das, obwohl es zahlreiche Studien zu einer Verbesserung der Situation gebe. Diese seien jedoch "zum Zeitpunkt der Prüfung erst ansatzweise umgesetzt worden". Korosec zufolge wurde in knapp zwei Jahren fast eine Million Euro zusätzlich für derartige Studien ausgegeben. Zudem erschien dem Kontrollamt das bestehende Angebot an betreuten Wohngruppen und Rehabilitationseinrichtungen als "nicht ausreichend". "Dabei sind die Bettenbunker inhuman und kosten unnötig viel Geld," bekräftigte Korosec am Dienstag.

Die ehemalige Volksanwältin verwies auch auf einen Brand im Donauspital in der Vorwoche, anlässlich dessen die Feuerwehr auf mehrfach beanstandete Sicherheitsmängel hingewiesen habe.

Es seien bereits große Anstrengungen unternommen worden, betonte Bürgermeister Michael Häupl (SP), und zwar auch in personeller Hinsicht. Mit der neuen KAV-Führung sei das Unternehmen besser strukturiert worden. Bei der VP-Kritik handle es sich um die "übliche Denunziation". Korosec befürchtet, dass die Berichte "weit geringere Konsequenzen haben, als wir uns erwarten würden.

Zumindest für das AKH gibt es 40 Jahre nach Baustart grünes Licht für die letzte Bauetappe: Montagnachmittag vereinbarten Vertreter von Bund und Stadt eine Fertigstellung bis 2011. (kri, DER STANDARD - Printausgabe, 22. Februar 2006)

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