Bank Intesa verhandelt mit Capitalia

22. März 2006, 09:43
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Das größte Geldhaus in Italien, die Mailänder Bank Intesa, führt Fusionsgespräche mit der römischen Bank Capitalia

Rohm - Das milliardenschwere Übernahmeangebot der französischen BNP Paribas für die römische Banca Nazionale del Lavoro (BNL) fördert neue Fusionen in Italiens zersplittertem Bankensektor. Das größte Geldhaus im Stiefelstaat, die Mailänder Bank Intesa, führt Fusionsgespräche mit der römischen Bank Capitalia.

Durch die Fusion will sich die mit 29 Mrd. Euro bewertete Intesa stärken, um der zunehmenden Konkurrenz der aus dem Zusammenschluss mit der BA-CA-Mutter HypoVereinsbank (HVB) entstandenen UniCredit-Gruppe Stand zu halten. Zur Fusion mit Capitalia drängt auch die französische Crédit Agricole, der mit einem 18-prozentigen Anteil stärkster ausländischer Intesa-Aktionär ist.

Neues Aktionärspaket

"Capitalia verfügt über ein Vermögen an Professionalität, Finanzmitteln und Innovationsfähigkeit, die den Dialog mit anderen Partnern fördert", sagte der Geschäftsführer der römischen Bank, Matteo Arpe. Bei Capitalia, Italiens viertgrößter Bank, spielen ausländische Aktionäre eine wichtige Rolle. Die niederländische ABN Amro, die in Italien im vergangenen Dezember die norditalienische Bank Antonveneta geschluckt hat, hält einen siebenprozentigen Anteil, die Lybian Arab Foreign Bank unter Kontrolle der libyschen Regierung fünf Prozent. Demnächst soll der Aktionärspakt bei Banca Capitalia erneuert werden.

Die Fusionspläne beflügeln die Aktienkurse beider Banken an der Mailänder Börse. Nicht auszuschließen ist, dass auch die toskanische Bank Monte Paschi di Siena dem Bündnis Intesa-Capitalia beitreten könnte. Die mit 10 Mrd. Euro bewertete Monte Paschi, Italiens älteste Bank, zählt zu den wenigen Großbanken im Stiefelstaat, die keine Allianzen abgeschlossen haben.

Weiter Übernahmekandidaten

Als weitere Übernahmekandidaten in Italien werden u. a. die Turiner Großbank Sanpaolo Imi, sowie die börsennotierten Volksbanken Banca Popolare Italiana (BPI) und Banca Popolare di Milano gehandelt. Sanpaolo-Imi-Präsident Enrico Salza hatte vor kurzem sogar öffentlich zugegeben, dass die Aufstockung der Beteiligung des spanischen Großaktionärs Banco Santander, der derzeit 7,7 Prozent an dem italienischen Institut hält, auf keinerlei Widerstand stoßen würde.

Sanpaolo Imi ist nach Banca Intesa und Unicredit Italiens drittgrößte Bank. Viele Bankengruppen in Europa beobachten mit Interesse Italiens Bankenlandschaft. Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat dieser Tage sein Interesse an italienischen Regionalbanken erklärt. Neben Crédit Agricole haben auch die spanische Santander und die Royal Bank of Scotland direkte oder indirekte Beteiligungen in Italien und gelten als Interessenten für eine Übernahme. (APA)

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