Henkel CEE mit Rekordergebnis

14. März 2006, 15:43
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Wiener Würstchen wird verkauft - 2005 zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Ergebnis - Henkel CEE mit bestem Jahr in der Geschichte - Türkei-Geschäft wird künftig aus Wien betreut

Düsseldorf - Der deutsche Markenartikelhersteller Henkel stärkt seine europalastige Kosmetiksparte mit einem Großeinkauf in den USA. Der Düsseldorfer Konzern kauft von seinem Erzrivalen Procter & Gamble eine Reihe von Deodorant-Marken für rund 420 Millionen Dollar (353 Mio. Euro).

"Es sind auf jeden Fall tolle Marken", sagte der Henkel- Chef Ulrich Lehner am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf. Mit dem Zukauf wird Henkel zum drittgrößten Anbieter von Körperpflegeprodukten im margenstarken US-Markt. Vor Jahren wurde ein Versuch, die Marke Fa in den USA zu etablieren, abgebrochen.

Kosmetiksparte bleibt Kerngeschäft

Henkel unterstreicht mit dem Zukauf, dass die Kosmetiksparte um Schwarzkopf Kerngeschäft bleibt. Immer wieder gab es Spekulationen, dass der Waschmittel- und Klebstoffproduzent diese Sparte abgeben oder tauschen könnte.

Procter & Gamble schluckte vor drei Jahren den Haarpflegespezialisten Wella, an dem auch Henkel interessiert war. Jetzt kommen die Düsseldorfer ausgerechnet mit dem US-Giganten ins Geschäft, der im Rahmen der Gillette-Übernahme diese Deo-Marken mit einem Jahresumsatz von 275 Millionen Dollar weiterverkaufen muss. Rund 70 Prozent davon entfallen auf die Männer-Deo-Marke Right Guard.

"Jahr der Innovationen"

Konzernchef Lehner erklärte 2006 zum "Jahr der Innovationen", nachdem 2005 ein Jahr der Konsolidierung war. "Wir werden Henkel mit vielen neuen Ideen und Innovationen einen großen Schritt nach vorne bringen", betonte er. Der Umsatzanteil innovativer Produkte, die weniger als drei Jahre im Markt sind, soll mittelfristig von 25 auf 30 Prozent steigen. In der Stammsparte Waschmittel soll sogar mehr als ein Drittel des Umsatzes mit solchen innovativen Produkten erzielt werden. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung wurden 2005 kräftig um fast ein Fünftel auf 324 Millionen Euro aufgestockt.

Aus für US-Lebensmittelsparte

Henkel will sein Randgeschäft mit Wiener Würstchen verkaufen, die als Marktführer in den USA gelten. Der Konzern verhandelt exklusiv mit einem Interessent über den Nahrungsmittelbereich der Tochter Dial mit einem Jahresumsatz von rund 200 Millionen Dollar (168 Mio. Euro). Henkel hatte das US-Unternehmen Dial vor zwei Jahren übernommen, das zweitgrößter Waschmittelhersteller in den Vereinigten Staaten ist. "Wir gehen davon aus, dass wir in Kürze mehr dazu sagen können", ergänzte Lehner zur Zukunft des Nahrungsmittelgeschäftes. Mit der Dial-Übernahme wurde Nordamerika Henkels größter Absatzmarkt.

Lehner bekräftigte die Ziele 2006. Im laufenden Jahr erwartet er ein Umsatzwachstum in den bestehenden Geschäften - bereinigt um Wechselkurseffekte - von drei bis vier Prozent. Beim Betriebsergebnis erwartet Lehner einen bereinigten Zuwachs von etwa zehn Prozent.

Zweistelliges Wachstum

Im Geschäftsjahr 2005 wuchs Henkel dank der milliardenschweren Auslandsexpansion nach Nordamerika zweistellig. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf knapp zwölf Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) nahm bereinigt um Sondereffekte um 16,7 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro zu. Der bereinigte Überschuss stieg um rund 3 Prozent auf 770 Mio. Euro. Diese Zahl ist nicht mit dem Rekordgewinn 2004 von 1,74 Milliarden Euro vergleichbar, der durch die Auflösung einer Finanzbeteiligung entstand. Die Dividende soll je Vorzugsaktie auf 1,36 (Vorjahr 1,30) Euro und je Stammaktie auf 1,30 (1,24) Euro steigen.

Wachstumsmotor neben dem Nordamerika-Geschäft ist bei Henkel die Henkel Central Eastern Europe (Henkel CEE) mit Sitz in Wien. Mit einem Umsatz von 1,346 Mrd. Euro und einem Betriebsergebnis von 175 Mio. Euro war 2005 das erfolgreichste Jahr in der Unternehmensgeschichte, sagte der Präsident der für Österreich und Osteuropa zuständigen Tochter des deutschen Markenartikelriesen, Günter Thumser, in Wien. Künftig wird auch das Waschmittel-Geschäft der Türkei von Wien aus betreut. (APA/dpa)

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