"Human Rights Watch": 30.000 Vertriebene im Tschad

2. März 2006, 16:13
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Sudanesische Milizen operieren im Nachbarland - "Export der Darfur-Krise"

Libreville/New York - Durch Angriffe sudanesischer Milizen sind im Tschad laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW) bereits 30.000 Menschen aus ihren Dörfern vertrieben worden. Jüngste Überfälle hätten wieder Dutzende von Todesopfern gefordert. Das sudanesische Regime exportiere "auf aktive Weise" die Krise in der westsudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur (Darfour), heißt es in dem HRW-Bericht, der dem UNO-Sicherheitsrat zugeleitet wurde. Die Angreifer seien so genannte Janjaweed, berittene arabische Milizen, die zum Teil von sudanesischen Regierungstruppen unterstützt würden.

Vor zehn Tagen hatten der sudanesische Staatschef General Omar Hassan al-Bashir und der tschadische Präsident Idriss Déby in der libyschen Hauptstadt Tripolis ein Friedensabkommen unterzeichnet. Zu Jahresbeginn hatte sich die tschadische Regierung an die Afrikanische Union (AU) und an die internationale Staatengemeinschaft um Hilfe gewandt. Durch das Wüten von Janjaweed-Milizen in Darfur war eine Flüchtlingswelle unvorstellbaren Ausmaßes ausgelöst worden; mehr als eine Viertelmillion Menschen flüchteten in den Tschad. Im Darfur-Konflikt sind nach UNO-Angaben etwa zwei Millionen Menschen aus ihren Dörfern vertrieben worden. Das Regime in Khartum geht mit Hilfe der Milizen gegen die eigene Bevölkerung vor, weil Rebellengruppen in der Region politische Mitsprache und Beteiligung an den Reichtümern des Landes beanspruchen. (APA)

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