Kernaktionär Pierer bei Rosenbauer ausgestiegen

3. März 2006, 14:23
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Der 28-Prozent-Anteil der Cross Industries um KTM-Miteigentümer Stefan Pierer wurde wie seit längerem erwartet über die Börse verkauft

Wien - Beim börsenotierten oberösterreichischen Feuerwehrausrüster Rosenbauer ist der seit längerem erwartete Rückzug der Cross Industries um KTM-Miteigentümer Stefan Pierer nun vollzogen. Der von Cross gehaltene Anteil von rund 28 Prozent wurde über die Börse verkauft, teilte Rosenbauer Dienstag früh ad hoc mit. Geführt wurde die Transaktion von der Raiffeisen Centrobank (RCB).

Hintergrund des Cross-Ausstiegs waren Unstimmigkeiten mit den Familienaktionären. Aktuell sind 51 Prozent der Anteile im Besitz der Rosenbauer Beteiligungsverwaltung. Rosenbauer-Chef Julian Wagner ist zuversichtlich, dass mit einem Streubesitz von 49 Prozent die Liquidität der Rosenbauer-Aktie erheblich gesteigert wird. Rosenbauer schlossen gestern mit 64 Euro um 1,5 Prozent schwächer.

Wert des Pakets bei 30 Millionen Euro

Nach dem Verkauf des 28-Prozent-Anteils ist der seit längerem erwartete Rückzug der Cross somit vollzogen. Den Verkaufserlös wollte Pierer nicht nennen. Gemessen am aktuellen Marktpreis - an der Börse notierte die Rosenbauer-Aktie am Dienstagvormittag mit 65 Euro um 1,6 Prozent fester - ist das abgestoßene Paket jedenfalls gut 30 Millionen Euro wert. Der lukrierte Gewinn liegt dem Vernehmen nach bei rund zehn Millionen Euro. "Das ist nicht so weit davon entfernt", sagte Pierer. "Wir haben nicht schlecht verdient."

Abgewickelt wurde die jetzige Börse-Transaktion von der Raiffeisen Centrobank (RCB). In diesem Zusammenhang hat das Rosenbauer-Management in den beiden letzten Wochen Roadshows vor Investoren in Österreich, Deutschland, Schweiz, Großbritannien und Frankreich abgehalten.

Steigerung der Liquidität

Rosenbauer-Konzernchef Julian Wagner, der selbst dem Kreis der Familienaktionäre angehört, ist "zuversichtlich", dass mit dem nunmehrigen Streubesitz von 49 Prozent die Liquidität der Rosenbauer-Aktie erheblich gesteigert wird.

Nach vorläufigen Zahlen hat Rosenbauer 2005 den Konzernumsatz von 299,4 auf 320 Mio. Euro gehoben. Der Betriebsgewinn (Ebit) konnte um mehr als 30 Prozent von 13,7 auf 18,0 Mio. Euro gesteigert werden. Endgültige Zahlen werden am 26. April vorgelegt.

Die Cross Industries hält Mehrheitsbeteiligungen am börsenotierten Motorradhersteller KTM (knapp mehr als 50 Prozent) und am Dachplatten-Hersteller Eternit (80 Prozent). Bei dem börsenotierten Mittelstandsfinanzierer UIAG ist die in Wels ansässige Holding seit vergangenem Herbst mit rund 26 Prozent engagiert.

Bieterfinale um VA Tech Hydro

Wie berichtet hat die Cross zuletzt an der Spitze eines favorisierten Konsortiums für den von Siemens zum Verkauf gestellten Kraftwerksspezialisten VA Tech Hydro geboten, im Finale gegenüber dem Grazer Anlagenbauer Andritz aber den Kürzeren gezogen.

Angesprochen auf mögliche neue Akquisitionsprojekte sagte Pierer, aktuell gebe es "nichts Konkretes". Ziel sei aber, pro Jahr zumindest ein größeres Projekt abzuwickeln. Auf der Liquiditätsseite sieht Pierer die Cross, an der er und sein Partner Knünz je 50 Prozent halten, nach dem Rosenbauer-Deal "gut aufgestellt". (APA)

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