USA drängen Sicherheitsrat zu Darfur-Einsatz

2. März 2006, 16:13
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Bolton will Resolution bis Ende des Monats

New York - Die Vereinigten Staaten haben den UN-Sicherheitsrat zur Entsendung einer Friedenstruppe in die sudanesische Krisenprovinz Darfur gedrängt. Der Botschafter der USA bei der UNO, John Bolton, legte den Ratsmitgliedern am Montag (Ortszeit) in New York die Grundzüge einer entsprechenden Resolution vor, die seinem Willen nach bis kommende Woche verabschiedet werden soll.

"Es ist wichtig, dass wir jetzt vorankommen", sagte Bolton. "Wir können bis 28. Februar eine Resolution verabschieden, und wir werden das so schnell machen wie nur möglich." Die UN-Truppen sollen den von den USA als wenig effektiv kritisierten Einsatz der Afrikanischen Union (AU) in Darfur ersetzen.

Bolton: "Wir gehen jetzt voran"

Von den Vorbehalten afrikanischer und arabischer Ratsmitglieder zeigte sich Bolton unbeeindruckt. Diese hatten eine Entscheidung für frühestens März vorgeschlagen, weil zunächst ein Beschluss der Afrikanischen Union abgewartet werden solle.

"Nein, wir werden darauf nicht warten, wir gehen jetzt voran", sagte Bolton. In der vergangenen Woche hatte sich Präsident George W. Bush für einen für die Entsendung von NATO-gestützten UN-Friedenstruppen nach Darfur ausgesprochen.

Im Darfur-Konflikt sind Schätzungen zufolge 300.000 Menschen gestorben, 2,4 Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen. Die US-Regierung wirft der sudanesischen Führung vor, im Kampf gegen die Rebellen in Darfur völkermordartige Methoden einzusetzen. Die AU hat derzeit 7000 Soldaten in Darfur stationiert; der Einsatz leidet aber unter mangelhafter Ausstattung mit Geld und Material. (APA)

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