"3" macht gegen Handymaut mobil

20. März 2006, 12:02
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Beschwerde bei Verwaltungsgericht - Kritik am Gleitpfad, mit dem Terminierungsentgelte der Mobilfunker auf gleiches Niveau eingeschliffen werden - Mit Grafik

Hutchison ("3") will die vom Telekom-Regulator vorgeschriebene Absenkung der "Telefonmaut" nicht hinnehmen und hat Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof eingebracht. Stein des Anstoßes ist der so genannte Gleitpfad, mit dem die Terminierungsentgelte (sie besagen, was die Betreiber für die Weiterleitung von Gesprächen untereinander verrechnen dürfen, Anm.) aller fünf Betreiber bis Ende 2008 auf das gleiche Niveau von 6,79 Cent eingeschliffen werden.

"'3' wird bei der Terminierung am steilsten abgesenkt"

Was die während des Netzaufbaus bei A1 eingemieteten Chinesen besonders stört: Sie sind Jahre später gestartet als A1, T-Mobile, One und Telering, werden aber bis 1. Juli 2009 auf das gleiche Tarifniveau wie ihre Konkurrenten herunterreguliert. "'3' wird bei der Terminierung am steilsten abgesenkt, alle anderen parallel. Das ist ungerecht", beklagt "3"-Chef Berthold Thoma im STANDARD-Gespräch.

In der Praxis bedeutet die ursprünglich über einen Zeitraum von sechs Jahren geplante, nach Kritik der EU-Kommission aber auf drei Jahre verdichtete Absenkung bei den "alteingesessenen" Mobilfunkbetreibern eine verhältnismäßig moderate Absenkung um Ein- Cent-Schritte (pro Minute) und Halbjahr, während die Tarife für Hutchison halbjährlich um 1,8328 Cent pro Minute sinken.

Dass Telering als Referenzwert gelte, hält man bei "3" für die anderen Betreiber akzeptabel, nicht aber für den Spätstarter, zumal A1 ohnehin einen Kostenvorteil habe, weil sie Standorte ihrer Mutter Telekom Austria nützen könne. Weiteres Preissenkungspotenzial vermutet man auch bei T-Mobile Austria, die bei T-Systems einkaufe. (ung/DER STANDARD, Printausgabe, 21.2.2006)

  • Grafik: Handymaut muss sinken
    grafik: standard

    Grafik: Handymaut muss sinken

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