Voest investiert 500 Millionen Euro in Verarbeitungssparten

3. März 2006, 14:23
posten

Schienenwerk außerhalb Europas auf dem Prüfstand - Zukäufe in Russland und Brasilien wohl demnächst spruchreif

Linz/Wien - Insgesamt 500 Millionen Euro will der Linzer Stahlkonzern Voestalpine mittelfristig in den Ausbau seiner drei Verarbeitungssparten Bahnsysteme, Profile und Autozulieferungen investieren. Dieses Volumen nannte Voest-Sprecher Wilhelm Nitterl am Montag.

Zurzeit prüft das oberösterreichische Unternehmen für sein Bahngeschäft, "ob eine Produktion außerhalb Europas Sinn macht". Möglich sei ein Schienenwalzwerk, so Nitterl. Ob die Voest dieses kaufen oder auf die grüne Wiese stellen würde, wollte er nicht sagen.

Zukäufe in Russland und Brasilien

Von den im Herbst angekündigten Zukäufen sollen "in nächster Zeit", wie der Sprecher sagte, zumindest zwei spruchreif werden. In der Zielgeraden sei die Akquisition einer auf Stahlprofile spezialisierten westrussischen Firma mit 300 Beschäftigten und 30 Millionen Euro Umsatz. Vor dem baldigen Abschluss stehe auch die Übernahme eines Weichenwerks in Brasilien, das mit 40 Mitarbeitern fünf Millionen Euro Umsatz macht.

Neben der russischen Firma hat die Voest für die Division Profilform außerdem "ein Unternehmen in Westeuropa im Auge". Von der einen oder anderen kleinen Einheit, die noch zugekauft werden könnte, sprach Nitterl auch für die Auto-Zuliefersparte, ohne aber weitere Details zu nennen.

Ausbau der Verarbeitungssparten

Wie berichtet will die Voest den Anteil der Verarbeitungssparten am Gesamtumsatz in den nächsten Jahren von 50 auf 60 Prozent weiter anheben. Im Gegenzug soll der Anteil der klassischen Stahlsparte von 50 auf 40 Prozent zurückgefahren werden. Die Strategie, mehr aus (statt mehr) Stahl zu machen, verfolgen die Linzer seit mehr als vier Jahren. Mit Spezialitäten, die höhere Margen als im eigentlichen Stahlgeschäft abwerfen, wollen sie sich vom internationalen Stahlzyklus weitgehend abkoppeln.

An der Wiener Börse notierte die Voest-Aktie am Montagnachmittag mit 95,68 Euro um 0,98 Prozent fester. Seit Jahresbeginn hat der im ATX gelistete Titel gut zwölf Prozent zugelegt. (APA)

Share if you care.