Europas Telekom-Branche: JP Morgan sieht Risiken

9. März 2006, 18:52
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Frankfurt - Die Investmentbank JP Morgan sieht wegen der wachsenden Konkurrenz im Festnetzgeschäft und sinkenden Renditen im Mobilfunk langfristige Risiken für die europäische Telekommunikationsbranche.

Anleger sollten sich mit Investitionen in Unternehmen mit starken Positionen in diesen Bereichen zurückhalten, raten die Analysten in einer am Montag veröffentlichten Sektorstudie. Firmen, die im boomenden Breitbandgeschäft tätig seien, böten dagegen Gelegenheit zur Anlage. Der Trend zur Konsolidierung in der Branche werde anhalten. "Wir bevorzugen sehr stark die Titel von Firmen, die Ziele von Akquisitionen sind, gegenüber den Aktien der kaufenden Unternehmen", hieß es in der Studie:

Deutsche Telekom zurückgestuft

Die Aktien der Deutschen Telekom stufte JP Morgan auf "Underweight" von "Neutral" zurück, das Kursziel senkte die Bank auf 15,10 Euro von 16,90 Euro. Die Mobilfunk-Preise in Deutschland kämen in den nächsten fünf Jahren deutlich unter Druck und belasteten damit auch Marktführer T-Mobile, begründeten die Analysten ihre Einschätzung. Außerdem verliere die Telekom-Tochter T-Online Marktanteile im Breitbandgeschäft. Die T-Aktien fielen am Vormittag knapp ein Prozent auf 13,49 Euro.

Als chancenreich bewertet JP Morgan dagegen die Titel von United Internet, die sie mit "Overweight" und einem Kursziel von 48 Euro in ihre Liste zu analysierender Telekom- Werte aufnahmen. Deutschlands zweitgrößter Internetanbieter profitiere von der wachsenden Nachfrage nach Breitband-Internetzugängen. "Wir sehen United Internet als eine der besten Möglichkeiten, als Anleger vom Breitband-Wachstum zu profitieren", hieß es in der Studie. Die United-Internet-Aktien stiegen um 0,65 Prozent auf 40,02 Euro.

Favoriten

Favoriten unter den europäischen Telecom-Werten sind für JP Morgan Telecom Italia und die spanische Telefonica. Die Aktien der britischen BT Group stufte die Bank dagegen auf "Underweight" von "Neutral" zurück. (APA/Reuters)

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