Österreich buttert in Milch

7. März 2006, 18:25
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Österreichs Bauernmilch­preis 2005 über EU-Schnitt - Extreme Preisunterschiede innerhalb Europas - Neuseeland ist Billigmilchland

Wien - Die österreichischen Erzeugermilchpreise lagen 2005 im Durchschnitt über dem EU-Mittel: Wie aus einem internationalen Preisvergleich des niederländischen Landwirteverbandes LTO hervorgeht, zahlten führende EU-Molkereien im Vorjahr durchschnittlich 28,53 Cent je kg Milch, um 0,7 Cent weniger als 2004. In Österreich lag der auf gleicher Basis errechnete Durchschnittswert bei 29,29 Cent, teile das Agrarische Informationszentrum (AIZ) am Montag mit.

Würde man noch die - auf Grund der klein strukturierten Produktion und der geographischen Benachteiligungen - höheren Erfassungskosten in Österreich von 1,53 Cent dazurechnen, so käme man auf einen österreichischen Durchschnittswert von 30,82 Cent je kg.

Finnland vor Frankreich

Die von LTO erhobenen EU-Molkereiauszahlungspreise wurden alle auf Basis einer Jahresanlieferung ab 350.000 kg, einem Fettgehalt von 4,20 Prozent und 3,35 Prozent Eiweiß, einer Keimzahl von 25.000 und einer Zellzahl von 250.000 sowie ohne Umsatzsteuer berechnet. Die dabei berücksichtigten Molkereiunternehmen repräsentieren rund 50 Prozent der Milchproduktion in der EU-15.

Betrachtet man die durchschnittlichen Auszahlungspreise des Jahres 2005, so gibt es innerhalb der EU sehr große Preisunterschiede: An erster Stelle innerhalb der EU lag 2005 die finnische Kymppi-Gruppe mit einem Jahresdurchschnittspreis von 34,13 Cent. An zweiter Stelle folgte das französische Molkereiunternehmen Danone mit 29,78 Cent. Am unteren Tabellenende rangierten - so wie in den Jahren zuvor - das britische Molkereiunternehmen First Milk mit 24,17 Cent und der auch in Großbritannien tätige skandinavische Molkereiriese Arla Foods mit 26,96 Cent. Unter dem EU-Schnitt lagen auch deutsche Großmolkereien wie Nordmilch (27,25 Cent) und die Humana Milch Union (27,49 Cent).

Österreich hängt Deutschland ab

In einem direkten Vergleich zwischen Österreich und Deutschland schnitten im Jahr 2005 die heimischen Molkereien besser ab. Nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn zahlten die deutschen Molkereien im Schnitt 27,22 Cent je kg (ab Hof, bei 3,7 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß, ohne Steuern). Speziell im benachbarten Bayern wurden 27,91 Cent erlöst. Hier zu Lande erhielten die Bauern nach Angaben der Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) mit durchschnittlich 27,95 Cent mehr als ihre deutschen beziehungsweise bayerischen Berufskollegen.

Noch größer fiel 2005 der Unterschied zwischen europäischen und neuseeländischen Milchpreisen aus: Während der EU-Schnitt bei 28,53 Cent lag, zahlten neuseeländische Molkereien wie Fonterra gar nur 18,10 Cent, also um ein Drittel weniger. Damit wird laut AIZ auch verständlich, warum Neuseeland auf dem Weltmilchmarkt so erfolgreich ist, warum es keine Exportstützungen für Milchprodukte beansprucht und dies innerhalb der WTO auch von anderen Ländern fordert. US-Milchverarbeiter zahlten im Jahr 2005 laut vorläufigen Zahlen 27,96 Cent je kg. (APA)

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    Österreich: 29,29 Cent je kg, EU-Schnitt: 28,53 Cent, Bayern: 27,91 Cent

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