Peymann bietet "theatralisches Asyl"

13. Juni 2006, 15:47
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entlassener Schauspieler Thomas Lawinky soll nach Kritiker-Beschimpfung ans Berliner Ensemble wechseln

Berlin - Intendant Claus Peymann hat dem von den Städtischen Bühnen Frankfurt entlassenen Schauspieler Thomas Lawinky am Berliner Ensemble "theatralisches Asyl" angeboten. Lawinky könne als festes Mitglied ins Ensemble eintreten, erklärte Peymann am Montag in Berlin. Lawinky war am Freitag in Frankfurt entlassen worden, weil er einen Kritiker beschimpft hatte.

"Im Gegensatz zu Frankfurt sind im Berliner Ensemble die Haupttugenden des Theaters ausdrücklich erwünscht: Phantasie und Improvisation, Frechheit und Toleranz, Selbstironie, Sex, Geschmacklosigkeit, Subversion, Unsittlichkeit, Irrsinn und Gelächter, Obszönität, Blasphemie, Ironie, Publikums-, Kritiker- und Selbstbeschimpfung und so weiter und so fort bis ans Tor der Hölle", erklärte Peymann.

Oberbürgermeisterin nannte Verhalten "unverzeihlich"

Vor Lawinkys Entlassung in Frankfurt hatte sich Oberbürgermeisterin Petra Roth eingeschaltet. Nach Angaben Roths hatte der Schauspieler während der Premiere des Stücks "Das große Massakerspiel oder Triumph des Todes" von der Bühne aus den anwesenden Kritiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" beschimpft und ihm seinen Notizblock entrissen. Die Oberbürgermeisterin nannte das Verhalten unverzeihlich und forderte die Entlassung des Schauspielers.

Außerdem forderte sie eine "unverzügliche, unzweideutige und umfassende" Entschuldigung von Schauspiel-Intendantin Elisabeth Schweeger bei dem Kritiker und seiner Zeitung. Peymann griff deshalb auch Schweeger an: "Schande über die Frankfurter Intendantin Elisabeth Schweeger und ihren willfährigen Kniefall vor der Frau Oberbürgermeister." (APA/AP)

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