Zähes Ringen um Abfertigungen

23. März 2006, 12:28
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Ein Monat nach Beginn des Streiks im von der Schließung bedrohten Nürnberger Werk zeichnet sich eine erste Annäherung um die Zukunft der 1.700 Beschäftigen ab

Nürnberg - Mit einer ersten leichten Annäherung ist am Montag die fünfte Gesprächsrunde zwischen IG Metall und AEG-Management zur Zukunft des bestreikten Nürnberger Hausgerätewerkes zu Ende gegangen. Die Verhandlungen sollen am Dienstag fortgesetzt werden. "Wir haben uns nicht sehr viel, aber doch ein Stück aufeinander zu bewegt", sagte IG Metall-Verhandlungsführer Werner Neugebauer im Anschluss. Viele Fragen seien noch ungeklärt.

"Große Hürden"

Electrolux-Produktionsvorstand Horst Winkler, der die Gespräche erstmals für die Arbeitgeberseite leitete, bezeichnete die Atmosphäre als "sachorientiert". Es sei gelungen, endlich auch über Inhalte zu diskutieren. Auch er sprach jedoch von großen Hürden, die es zu nehmen gelte. Beide Seiten seien an einer "zeitnahen" Lösung interessiert, betonte er.

Das Nürnberger Hausgerätewerk mit seinen rund 1.700 Mitarbeitern wird seit einem Monat bestreikt, weil der schwedische AEG-Mutterkonzern Electrolux die Produktion von Wasch- und Geschirrspülmaschinen bis Ende 2007 nach Polen und Italien verlagern will. Während das AEG-Management den betroffenen Mitarbeitern Abfindungen und Qualifizierungsmaßnahmen im Volumen von rund 100 Millionen Euro anbietet, fordert die IG Metall in etwa das Vierfache. Außerdem will sie das Werk erhalten. (APA/AP)

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