AMA startet Werbelinie "Frisch vom Land"

27. März 2006, 15:33
posten

Zwei Millionen Euro Budget - Vorerst nur für Milch und Milchprodukte - Ausweitung auf Fleisch geplant

Wien - Österreich gilt in Europa als Frische-Insel bei Milch. Mit einem Frischmilch-Anteil von 85 Prozent führt die Alpenrepublik das europäische Ranking klar an. Zudem hat in keinem Land in Europa der Faktor Frische mehr Einfluss auf das Ernährungsverhalten als bei den Österreichern und ist den Konsumenten wichtiger als etwa Preis oder Geschmack. Die Agrarmarkt Austria (AMA) Marketing startet daher auf Basis dieses Wettbewerbsvorteils ihre neue Imagekampagne "Frisch vom Land".

Milch ist nach Bier die zweitgrößte Umsatzgruppe im Lebensmittelhandel, gemeinsam mit den Milchprodukten sei dieses Segment "der Umsatzträger" schlechthin, sagte der Geschäftsführer der AMA Marketing, Stephan Mikinovic, am Montag. Die Österreicher setzten Frische mit Qualität gleich.

Österreicher setzen auf Heimmarkt

Mit der neuen Werbelinie, für die zwei Millionen Euro budgetiert sind, soll bei den Konsumenten nun wieder das Bewusstsein für frische und naturbelassene Milchprodukte gesteigert werden, hieß es. "Mit einer Packung Milch erhalten wir auch ein Stück Kulturlandschaft", betonte Mikinovic.

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern konnte Österreich nach dem EU-Beitritt den Heimmarkt bei Milch und Milchprodukten verteidigen und musste kaum Marktanteile aufgeben, räumte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) und Geschäftsführer der Alpenmilch Salzburg, Hans Steiner, ein.

Exporte

Österreich sei mit einem Frischmilchanteil von 85 Prozent eine "wohltuende Ausnahme". In Frankreich oder den Benelux-Ländern liege der Frischmilchanteil nur noch bei fünf bis zehn Prozent, in Deutschland unter 40 Prozent. Eine wichtige Entwicklung sei in diesem Zusammenhang die so genannte ESL-Milch (Extended Shelf Life) gewesen, die das Produkt länger haltbar macht. Damit könne Milch auch transportiert werden, etwa nach Italien, wo es zu wenig Milch gebe.

Ausweitung auf Fleisch in Planung

An der Werbelinie beteiligen sich alle wesentlichen Milchverarbeiter Österreichs und auch der heimische Handel, der die Kampagne etwa mit Werbeschildern oder Deckenhängern unterstütze, so Steiner, der sich wünschen würde, dass auch die Industrie und die Gastronomie mit ins Boot geholt werden könnten. Vorerst werde die Kampagne "Frisch vom Land" für Milch und Milchprodukte eingesetzt, eine Ausweitung auf Fleisch sei geplant, so Mikinovic.

Die österreichische Milchwirtschaft habe im Milchwirtschaftsjahr 2005 in wichtigen Produktsegmenten wieder mehr erzeugt, zog Steiner eine vorläufige Bilanz. Sowohl für die Verarbeiter als auch für die Bauern sei es ein stabiles Jahr gewesen. Die Preise konnten bei den Milchbauern und im Handel großteils gehalten werden.

Gerangel um Bauernmilchpreis

Zu dem von der Interessensgemeinschaft IG Milch geforderten Bauernmilchpreis von 40 Cent je Liter zeigte sich Steiner nach wie vor ablehnend. Österreich habe trotz der strukturbedingten Nachteile im Vorjahr im Durchschnitt einen höheren Milchpreis bezahlt als Bayern, betonte der Milch-Experte. Eine "Hochpreisinsel" könne Österreich aber nicht werden, zumal 30 bis 40 Prozent des in Österreich produzierten Rohstoffes exportiert werden und man damit nicht mehr wettbewerbsfähig wäre, so Steiner. Diese "Thematik" könne nur EU-weit abgehandelt werden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In keinem Land Europas hat der Faktor "Frische" mehr Einfluss auf das Ernährungsverhalten als bei den Österreichern.

Share if you care.