Weltgrößter Forscherverband protestiert gegen Anti-Evolutionsgesetze

9. Juli 2007, 13:43
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Gesetzesvorlagen gegen Lehre und Verbreitung der Evolutionslehre in 14 US-Bundesstaaten in Vorbereitung

St. Louis - Der weltgrößte Verband von Wissenschaftlern AAAS hat Gesetzesvorlagen gegen die Verbreitung der Evolutionslehre in mehreren US-Bundesstaaten angeprangert. Die geplanten Gesetze würden "jungen Amerikanern jene Erziehung vorenthalten, die sie brauchen, um als informierte und produktive Bürger in einer globalen Gemeinschaft mithalten zu können, die in zunehmendem Maß technologisch orientiert ist", heißt es in einer offiziellen Erklärung vom Sonntag. Dem amerikanischen Forscherverband gehören Wissenschafter der verschiedensten Disziplinen an.

"Anschlag auf die Integrität von Wissenschaft"

Der Vorstand des Verbandes protestiere gegen den "Anschlag auf die Integrität von Wissenschaft und Wissenschaftslehre", sagte AAAS- Präsident Gilbert Omenn bei der Jahreskonferenz in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri). Schülern, denen der Unterricht in der Evolutionslehre versagt werde, mangle es automatisch an einem grundlegenden Verständnis in Biologie, Physik sowie Geologie.

14 Bundesstaaten gegen Evolutionslehre

Nach Angaben des Forscherverbandes versuchen derzeit 14 von 50 US-Bundesstaaten, die Evolutionslehre aus ihren Klassenräumen zu verbannen: Alabama, Arkansas, Georgia, Kansas, Michigan, Mississippi, Missouri, New York, Ohio, Oklahoma, Pennsylvania, South Carolina, Texas und Utah.

Aufforderung, "alternatives Konzept zu untersuchen"

In einigen Gesetzestexten würden Lehrer und Schüler aufgefordert, das alternative Konzept des christlich geprägten "intelligenten Designs" zu untersuchen. Andere Gesetzesvorlagen verpflichteten Lehrer, auf angebliche Ungereimtheiten in der Evolutionstheorie und Einwände in der Forschergemeinde hinzuweisen. Die gebe es nicht, protestiert der AAAS. "Es gibt unter Wissenschaftern keine größere Kontroverse über die Gültigkeit der Evolutionstheorie."

Nach der von Charles Darwin begründeten Theorie entstehen neue Arten durch zufällige Veränderungen in ihrem Erbgut. Dabei kommt es zu einer natürlichen Auslese: Ist eine solche Veränderung günstig, wird sie an die Nachkommen weitergegeben und bleibt erhalten. (APA/dpa)

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    Wenn es um die Entstehung des Lebens geht, halten sich 14 US-Bundesstaaten im Schulunterricht lieber an Erklärungen, die mit der Bibel konform gehen.

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