JoWooD-Chef sieht "Schlusspunkt der Sanierung"

3. März 2006, 14:23
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Albert Seidl sieht die Talsohle für den krisengeschüttelten börsenotierten Computerspiele-Hersteller überwunden

Wien - JoWooD-Chef Albert Seidl sieht die Talsohle für den krisengeschüttelten börsenotierten Computerspiele-Hersteller überwunden. Die kürzlich abgeschlossene Kapitalerhöhung, die dreifach überzeichnet war und 9 Mio. Euro an frischem Geld brachte, würde "den Schlusspunkt der Sanierung markieren", meint Seidl in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" (Montagausgabe).

Ein Viertel bis ein Fünftel des frischen Geldes soll laut Seidl in das Betriebskapital fließen, den Rest will er in die Spiele-Entwicklung stecken. In den letzten veröffentlichten Zahlen vom September stecken noch 30 Mio. Euro Altlasten und Restrukturierungskosten, das operative Geschäft mache aber nur mehr 7 Prozent des Gesamtverlustes aus. Die Zahlen des ersten Quartals 2006 "sollten dann zeigen, dass wir jetzt ganz anders dastehen als vor einem Jahr", so Seidl, seit 2005 Sanierer bei JoWooD.

Personalkosten gesunken

Unter seiner Ägide sanken laut seinen Angaben die Personalkosten von 1,1 Mio. Euro (Jänner 2005) auf 280.000 Euro, die Anzahl der jährlich neu veröffentlichten Spiele-Titel kürzte Seidl erheblich. "Nur eine Konzentration auf die erfolgreichen Titel macht Sinn. Mit der extrem verschlankten Struktur machen wir heuer mit den geplanten sechs Titeln ein besseres Geschäft als mit 22 Titeln", sagt der JoWooD-Chef.

Deutliche Kritik übt er an der steirischen Gemeinde Rottenmann, bis vor kurzem Stammsitz des Unternehmens. Eine der Altlasten sei der Vertrag über 30.000 Euro Monatsmiete mit der Gemeinde, aus den ihn der Bürgermeister nicht herauslassen wolle. "Ich kann doch nicht 100 Leute raushauen und weiter so logieren", sagt Seidl. "Da muss man Tatsachen schaffen." Im neuen Büro im steirischen Liezen zahle JoWooD nur noch 2.000 Euro Monatsmiete. (APA)

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