Tessiner Firma soll "schmutziges Gold" verarbeitet haben

2. März 2006, 16:11
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Argor-Heraeus weist Vorwürfe zurück

Zürich - UN-Experten werfen der Schweizer Goldraffinerie Argor-Heraeus vor, sie sei in den illegalen Handel mit Gold aus dem Bürgerkriegsland Kongo verwickelt. Das Unternehmen mit Sitz im tessinischen Mendrisio könnte, wie schon bisher 15 Einzelpersonen und eine Nicht-Regierungsorganisation, auf eine Sanktionsliste der UN kommen, schrieb die "NZZ am Sonntag". Das Blatt beruft sich auf den unveröffentlichten Bericht einer Expertengruppe, die vom UN- Sicherheitsrat eingesetzt worden war.

Die Kontroverse dreht sich um den Goldhandel, der in Kongo von 1997 bis 2003 eine Schlüsselrolle spielte. Die Kriegsherren sollen damit ihre Waffenkäufe finanziert haben. Die UN hatten 2003 ein Waffenembargo verhängt und 2005 Finanzsanktionen gegen Embargobrechern ausgesprochen. Argor soll nach den Erkenntnissen der UN-Experten ein Glied in der Handelskette für das "schmutzige Gold" gewesen sein, indem sie für eine Kundin in Jersey möglicherweise illegal geschürftes Edelmetall aus Kongo verarbeitet habe.

Argor-Direktor Erhard Oberli wies die Vorwürfe entschieden zurück. Wie er gegenüber der Zeitung beteuerte, hätten Nachfragen zur Herkunft des Goldes keinen problematischen Sachverhalt erbracht gefördert. "Wir verstehen nicht, weshalb uns die UNO an den Pranger stellt", meinte er. (APA/dpa)

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