König ruft Parteien erstmals zu Gesprächen auf

29. März 2006, 16:01
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Opposition demonstriert am "Tag der Demokratie" gegen König Gyanendra

Kathmandu - Nepals König Gyanendra hat am Sonntag erstmals die politischen Parteien zu gemeinsamen Gesprächen aufgerufen, um zur Demokratie zurück zu finden. Der König hatte im Februar vergangenen Jahres die Regierung entlassen und eine Königsdiktatur errichtet. Dabei schränkte er die Zivilrechte der Bürger und die Medienberichterstattung stark ein, zahlreiche Politiker wurden festgenommen. Gyanendra begründete dies mit der Niederschlagung eines maoistischen Aufstandes.

"Wir rufen alle dazu bereiten politischen Parteien auf, im Interesse der Nation den stockenden demokratischen Prozess so schnell wie möglich wieder in Gang zu bringen", sagte der König in einer Erklärung zum Nationalen Tag der Demokratie. "Lasst uns Frieden und Demokratie stärken." Beobachter halten den Aufruf des Königs jedoch für wenig glaubwürdig und ein baldiges Treffen der Parteien für unwahrscheinlich.

3.000 Menschen demonstrieren

Wenige Stunden nach Veröffentlichung der Erklärung demonstrierten in der Hauptstadt Kathmandu rund 3000 Menschen für eine Rückkehr zur Demokratie. Die Menge rief gegen den König gerichtete Parolen. Organisiert wurden die Proteste von mehreren Parteien der politischen Mitte.

In dem zwischen Indien und China liegenden Königreich liefern sich Militär und Polizei seit fast zehn Jahren einen erbitterten Kampf mit Rebellen, die einen kommunistischen Staat errichten wollen. Seit Beginn des Aufstandes 1996 wurden dabei mehr als 13.000 Menschen getötet. (APA/Reuters)

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