3D-Bildschirm ergänzt Google Earth

27. Februar 2006, 10:48
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Forscher entwickeln Display für virtuelle Reiseplanung - Virtuell kann das Reiseziel schon vorab besichtigt werden

Forscher des Fraunhofer Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (HHI), haben für das Satellitentool NASA World Wind ein eigenes 3D-Display entwickelt, das die Augenposition des Betrachters ermittelt und das Bild genau an den Blickwinkel anpasst. Der hoch auflösende Bildschirm reagiert auf Berührung, so dass sich der Anwender selbst durch Landschaften und Städte navigieren kann. Zudem sorgt das neue Display für einen reibungslosen Ablauf der virtuellen Reise und gleicht eventuelle Probleme der NASA Software, etwa bei Auflösung und Geschwindigkeit, aus. Der 3D-Bildschirm soll vor allem im Touristik-Bereich eingesetzt werden.

Urlaubsplanung einmal anders

"Für Reisende könnte sich in Zukunft die Urlaubsplanung komplett verändern", erklärt Rene de la Barre, Wissenschaftler vom HHI, im Gespräch mit pressetext. "Mit unserer Technik kann man sein Reiseziel schon vorab besichtigen und zum Beispiel herausfinden, wie man am Besten vom Flughafen zum Bahnhof oder zum Hotel kommt oder welche Gebäude besonders sehenswert sind." Zudem könne man einen genauen Flugplan eingeben und so im Vorfeld feststellen, wann der Blick aus dem Flugzeugfenster tatsächlich lohnt oder wo sich der Freund auf Urlaubsreise gerade befindet. Als zusätzliches Feature zu NASA World Wind berücksichtigt das intelligente Display außerdem die Tages- und Nachtzeiten und hilft so, die optimale Reiseroute zu finden, bei der keine Sehenswürdigkeiten im Dunkeln liegen.

Google Earth

NASA World Wind ist eine professionellere Variante des bei Usern beliebten Satellitentools Google Earth. Der ebenfalls kostenlose Profi-Bruder des Google-Programms bietet hoch aufgelöste Bilder von verschiedenen Satelliten und lässt den Anwender in drei Dimensionen auf bis zu 15 Metern pro Pixel an die Erdoberfläche heran. "NASA World Wind ist eine freie Open-Source-Software", erklärt de la Barre. "Vor allem deshalb haben wir uns für die NASA-Variante und nicht für Google Earth entschieden."

Höchst unterschiedlich

Auch bei NASA World Wind sei allerdings zu beachten, dass die Auflösung der Bilder je nach Ort höchst unterschiedlich ist. "Bei kurzer Entfernung zum Objekt sind die Aufnahmen nicht fotorealistisch", berichtet de la Barre. "Hier gibt es noch einen großen Entwicklungsbedarf. Die Technik ist sehr ausbaufähig." Weltweit arbeiteten bereits viele Forscher an der Weiterentwicklung der 3D-Technik. "Ständig wird das Kartenmaterial aktualisiert, zudem werden Städte als texturierte 3D-Modelle bereitgestellt und mit Stadtplänen überlagert," erzählt Rene de la Barre. Die Fraunhofer Forscher würden auch gerne selbst eine eigene Variante von Google Earth und NASA World Wind entwickeln. Bis es so weit ist, können Reisende das neue 3D-Display mit der NASA-Software in Reisebüros, Touristikinformationen, Convention Centern und Flughäfen testen. (pt)e

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