Neustart um 14.45 Uhr

18. Februar 2006, 15:38
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Das Rennen war wegen starken Schneefalls und schlechter Sicht nach 17 Läufern abgebrochen worden

Wien - Der Olympia-Super-G-der Herren in Sestriere ist wegen heftigen Schneefalls und schlechter Sicht abgebrochen worden und wird um 14:45 Uhr neu gestartet. Nach 17 Läufern wurde das Rennen zunächst unterbrochen und Rutschkommandos wurden auf die Piste geschickt. Nach rund einer halben Stunde folgte dann die Annullierung. In Führung lag der Franzose Pierre-Emmanuel Dalcin vor den Kanadierin Manuel Osborne-Paradis (0,36 Sek. zurück) und John Kucera (0,92).

Österreicher war noch keiner ins Rennen gegangen, und nach Startnummer 15, als wegen der immer schlechter werdenden Verhältnisse längst kein Läufer mehr an die Topzeiten der zu Beginn Gestarteten heran kam, bewegte sich ÖSV-Alpinchef Hans Pum eiligen Schrittes in Richtung Jury: "Wenn es wichtig ist, dann gehe ich schnell", meinte er. Mit Startnummer 21 wäre in Christoph Gruber der erste der vier Österreicher gekommen.

Pum hatte für Neustart plädiert. "Wir haben bei Topleuten gesehen, dass sie keine Sicht haben, da muss man reagieren. Die Jury sind erfahrene Leute, die sehen, was los ist, auch die wollen faire Spiele und ein faires Rennen haben." Und Renndirektor Günter Hujara entschied sich dann für das einzig Richtige, denn eine Fortsetzung des Rennens hätte keinen fairen Ausgang mit sich gebracht.

Via ORF am Funk beim ÖSV-Herren-Cheftrainer mitgelauscht, erfuhr man, dass Toni Giger sich für eine Umsetzung des Kurses, kurze Besichtigung und einen Start um 14:00 Uhr ausgesprochen hätte. Denn die bereits gefahrenen Konkurrenten waren in den Genuss eines Trainingslaufes gekommen, der bei diesen Bedingungen aber wohl nur einen fraglichen Vorteil bringt.

Lasse Kjus antwortete jedenfalls auf die Frage, ob ein zweites Rennen auf die Substanz geht, schelmisch: "Nein, dann habe ich wenigstens die Piste einmal probiert." Der Norweger war 15. und Letzter ("Es war sehr dunkel, ich habe nichts gesehen"), der Franzose Yannick Bertrand und der Schweizer Bruno Kernen waren nicht ins Ziel gekommen. "Man hat wirklich nichts gesehen, für einen Olympia-Super-G sind das nicht die richtigen Bedingungen. Aber ich will jetzt nicht den schlechten Verlierer markieren und sagen, dass abgebrochen werden muss", gab sich Kernen mehr als sportlich.

Die Rennläufer im Ziel waren einer Meinung. So sagte der Schwede Patrik Järbyn: "Absolut unfair, Olympia unwürdig." Der führende Dalcin bestätigte das. Und Abfahrts-Olympiasieger Antoine Deneriaz aus Frankreich sagte: "Schwierig für mich, viel Schnee, keine Sicht. Man sieht die Sprünge nicht. Das ist kein nettes Rennen für Olympische Spiele." Der Nachsatz - "Ein Franzose ist voran, ich hoffe für ihn, dass es weiter geht" - blieb unerhört. (APA)

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