Aufregung um Thomas Frühmann

3. März 2006, 11:33
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Positiver Dopingtest bei Dreifach-Saisonsieger im Springreiten - Diuretikum als Teil eines Herzmedi­kamentes nachgewiesen

Wien - Österreichs derzeit erfolgreichster Springreiter, Thomas Frühmann, hat einen positiven Dopingtest abgegeben. Dem 55-Jährigen, der drei von vier Weltcup-Springen der laufenden Saison in Genf, Leipzig und Vigo gewonnen hat, wurde in einer Routine-Kontrolle durch den Internationalen Reitverband (FEI) das Diuretikum Hydrochlorothiazide nachgewiesen. Am Freitagabend erfuhr der Wiener, dass nach der A- auch die B-Probe positiv ausgefallen sei.

Frühmann, der unter Bluthochdruck leidet, nimmt den Wirkstoff als Teil eines für ihn lebenswichtigen Herzmedikamentes seit Jahren ein und hat das laut eigenen Angaben auch immer offiziell angeführt. Der Routinier war im Jahr 2000 bereits einmal unter Dopingverdacht geraten, nachdem er nach Einnahme eines Blutdruck senkenden Mittels einen positiven Test abgegeben hatte. Er wurde damals offiziell vom Verdacht des Dopings freigesprochen.

Demel ohne Verständnis

Dr. Karlheinz Demel, der Vorsitzende des Österreichischen Anti-Doping-Comites (ÖADC), äußerte am Samstag wenig Verständnis für den neuen Dopingfall Frühmann. "Wir haben schon vor Jahren ein Problem mit ihm gehabt. Frühmann weiß, dass es seit 2003 neue Regeln gibt." Demel habe auch diesbezügliche Broschüren verschickt. Ein Diuretikum sei noch dazu besonders heikel, weil es auch zum Verschleiern anderer unerlaubter Hilfsmittel diene.

"Wenn er das Medikament braucht, warum beantragt er es dann nicht?", sagte Demel am Samstag zur APA - Austria Presse Agentur. Frühmann habe das alles schon einmal erlebt und er wisse, was zu tun ist. "Aber er ist weiterhin schlampig geblieben." Demel selbst wird vorläufig von sich aus nicht tätig, erst wenn er vom internationalen Reitverband FEI den Auftrag dazu bekommt.

Die Tatsache, dass das Medikament im Zuge der nationalen Kontrolle schon einmal gemeldet worden war, hilft Frühmann da gar nichts, so Demel. Im Gegenteil. "Wenn die Wind davon kriegen, wird es eher schlimmer. Aber ich werde ihnen nichts davon sagen, das ist nicht meine Art."

Mit dem Fall Koubek sei diese Causa nicht zu vergleichen. "Koubek hat sich damals auf den Rat eines anerkannten Arztes verlassen." Frühmann habe Bescheid gewusst und hätte eine Ausnahmegenehmigung beantragen müssen. "Wer's nicht tut, ist selber schuld." (APA)

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    Thomas Frühmann auf "Sixth Sence"

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