Schwerarbeiterregelung: Wirtschaft fürchtet bürokratischen Aufwand

5. März 2006, 19:35
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Firmen wollen Schwerarbeiter nicht melden

Wien - Vizekanzler Hubert Gorbach ist euphorisch, Opposition und Gewerkschaft lassen an der Schwerarbeiterregelung kein gutes Haar, und auch die Wirtschaftskammer zeigt sich skeptisch.

Während Gorbach von einem "Meilenstein im Sozialrecht" spricht, fürchtet der Generalsekretär der Wirtschaftskammer, Reinhold Mitterlehner, einen enormen bürokratischen Aufwand. Für Kritik der Wirtschaftskammer sorgt vor allem die geplante Verpflichtung für Betriebe, mögliche Schwerabeiter, die älter als 40 Jahre sind, zu melden. Mitterlehner glaubt, dass solche Meldungen für etwa 600.000 Beschäftigte notwendig sind, jedoch nur ein kleiner Teil, nämlich 3000 bis 4000, von dieser Schwerarbeiter-Pension profitieren werde.

Prüfvorgänge

Nach Ansicht Mitterlehners sollten umgekehrt die möglichen Begünstigten ihre Ansprüche bei der Pensionsversicherung geltend machen müssen. Diese solle dann die Prüfvorgänge einleiten.

Was die Anspruchsberechtigten der geplanten Schwerarbeiter-Regelung betrifft, werden von den Politikern der verschiedenen Parteien höchst unterschiedliche Zahlen kolportiert. SPÖ und Gewerkschaft gehen von nur wenigen hundert Betroffenen aus, das Sozialministerium rechnet dagegen mit mehreren tausend.

Auch Deutschland überlegt eine "Malocher-Regelung". (red, DER STANDARD, Printausgabe 18./19.2.2006)

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