Zwischen der Donau und dem Braunsberg

    23. Februar 2006, 10:30
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    Thebener Pforte und Ruine Röthelstein: Höhe­punkte einer Niederösterreich- Wanderung

    "Nicht weit unter Haimburg, auf dem Weg nach Theben, liegt unter dem Braunsberge, den eine reichhaltige Flora schmückt, ein altes Templerschloss in Trümmern. Zugleich ist dort die Wahlstatt einer Hunnenschlacht, in welcher Sieghart von Sempt im Jahre 907 fiel."

    Dies schrieb im Juni 1838 der Bibliothekar an der herzoglich-öffentlichen Bibliothek in Meiningen (Deutschland) in seinem Band "Die Donau-Reise und ihre schönsten Ansichten." Die Thebener Pforte - zwischen Braunsberg und Thebener Kogel bzw. Marchmündung - galt immer schon als ein besonders reizvoller Abschnitt am gesamten Lauf der Donau. Den besten Eindruck gewinnt man natürlich vom Schiff, aber auch eine Wanderung hat ihre Meriten.

    Das von Bechstein angesprochene Templerschloss ist die Ruine Röthelstein, von deren Entstehung und Schicksal man sehr wenig weiß, weshalb sie den Altvorderen als rätselhaft erschien. Und alles Rätselhafte ordnete man den Templern zu.

    Röthelstein wurde urkundlich im Jahre 1190 erstmals erwähnt, der Verfall begann angeblich zu Beginn des 15. Jahrhunderts, als die Festung nutzlos war, weil im nahen Hainburg eine bessere und wesentlich geschütztere Burg entstanden war. Von der Ruine Röthelstein genießt man einen herrlichen Blick auf die Auen an beiden Seiten der Donau, zu den Kleinen Karpaten, die schon auf slowakischem Gebiet liegen, und ins untere Marchfeld, in dem man das Prinz-Eugen-Schloss in Schloßhof deutlich ausnehmen kann.

    Ein Teil der Runde ist unmarkiert, es gibt aber keine besonderen Schwierigkeiten, die richtige Route zu finden. Wenn allerdings die Donau Hochwasser führt, sollte man die Wanderung unterlassen, weil dann der Weitwanderweg unpassierbar wird.

    Die Route: Vom Parkplatz an der Donaulände folgt man ein kurzes Stück der roten Markierung flussabwärts, hält sich vor dem Felsen mit dem markanten Tunnel rechts und steigt im Felsenwinkel auf gutem, aber nicht markiertem Steig zum oberen Rand des Abbruchs auf. Fast eben erreicht man die Straße auf den Braunsberg, auf der man bis knapp vor der ersten Kehre wandert. Dort wählt man einen nach links führenden, unmarkierten Weg, der im leichten Gefälle zum Golfplatz führt. Man erreicht eine Straße, in der Nähe der Straße befindet sich ein Gasthaus. Gehzeit eine Stunde.

    Man hält sich links und wandert über die Jägerhaussiedlung zum Donauufer. Dort trifft man auf den rot markierten Weitwanderweg, auf den man nach links einschwenkt. Nahe einem Altarm hat man eine kurze Steigung zu bewältigen, um zur Abzweigung zur Ruine Röthelstein (gelb markiert) zu gelangen. Nun verfolgt man den Weitwanderweg weiter, passiert einen Felsentunnel, und kommt zum Ausgangspunkt. Gehzeit ab Golfplatz zwei Stunden. (Der Standard, Printausgabe 18./19.2.2006)

    Von Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 3 Stunden, Höhenunterschied rund 50 m.
    Gasthof nahe dem Golfplatz, Bundesamtskarte 1:25.000 und 1:50.000, Blatt 61 (Hainburg an der Donau)
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      grafik: der standard
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