Übernahmefieber: Jagd auf Sicherheitsspezialisten

3. März 2006, 13:50
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Startups geben Verkauf Vorrang vor Börsengang

Angesichts der Bedrohung durch Datenklau und der zunehmenden Bedeutung wirksamer Lösungen dagegen, steht die Sicherheitsindustrie vor einer Übernahmerallye. In den Fokus der Branchenriesen sind insbesondere Startups gerückt, die sich auf die Abwehr von Datenspionage und sichere Datenzugänge spezialisiert haben, berichtet das Branchenportal Cnet. "Der größte Teil der Innovationen kommt von kleineren Unternehmen", erklärt McAfee-Manager Parveen Jain im Rahmen der derzeit stattfindenden RSA Conference 2006 das gesteigerte Interesse an den Startups.

Übernahmen

Die Zeichen für eine Zunahme der Übernahmeaktivitäten im Security-Bereich stehen nach Analystenmeinung derzeit gut. Dabei können die Sicherheitsspezialisten, die sich bisher nicht auf das Börsenparkett gewagt haben, mit einer höheren Bewertung durch die potenziellen Interessenten rechnen als ihre börsennotierten Konkurrenten. Der Wert eines nicht börsennotierten Sicherheitsspezialisten errechnet sich etwa derzeit aus dem Produkt des prognostizierten Umsatzes und dem Wert 6,5. Die Bewertung börsennotierter Unternehmen ist dagegen erheblich geringer. Damit sind diese zwar günstiger zu haben. Die börsennotierten Unternehmen seien allerdings bereits sehr viel gereifter und versprächen weniger Potenzial etwa beim Umsatzwachstum, gibt Citrix-Manager Michael Cristinziano zu bedenken.

"Derzeit ein glühendheißes Thema"

"Merger und Übernahmen sind derzeit ein glühendheißes Thema", schätzt Symantec-Vizepräsident James Socas. "Wir haben eine Reihe guter Unternehmen gesehen, die nicht börsennotiert sind." Die kleinen Spezialisten verzichten derzeit aber sowieso auf einen Börsengang und geben der Übernahme durch einen Branchenriesen den Vorrang. Mit dem Listing von Netscreen Technologies ist der letzte bedeutende Börsengang eines Sicherheitsspezialisten im Jahr 2002 über die Bühne gegangen, heißt es bei Cnet. Neben der höheren Bewertung sind für die derzeitige Börsenmüdigkeit der Sicherheitsspezialisten aber nicht zuletzt auch regulatorische Hürden wie der Sarbanes-Oxley-Act verantwortlich. (pte)

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