Treibacher Industrie AG verdoppelt Umsatz

2. März 2006, 19:23
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Anstieg von 278 auf 601 Millionen Euro - Neue strategische Ausrichtung in der Hochleistungskeramik

Klagenfurt - Die in deutschem Privatbesitz befindliche Treibacher Industrie AG mit Sitz in Treibach-Althofen in Kärnten verzeichnete 2005 das beste Geschäftsjahr ihrer mehr als 100-jährigen Geschichte. Der Umsatz erhöhte sich um über 100 Prozent von 278 auf 601 Mio. Euro. Das Unternehmen baut weiter in Richtung Hochleistungskeramik aus und investiert 2006 kräftig. Das Industrieunternehmen erzeugt Feinchemikalien, Speziallegierungen, Pulver für die Hartmetallindustrie und Werkstoffe für die Hochleistungskeramik. Über 80 Prozent der Produktion gehen in den Export.

Für den enormen Umsatzanstieg seien in erster Linie externe Faktoren verantwortlich, erklärte Vorstandsvorsitzender Reinhard Iro im Gespräch mit der APA. Die Preise für die wichtigsten Metalle, wie Molybdän und Vanadium, hätten sich im Vorjahr vervielfacht. Auch die rasante Ausweitung der Stahlproduktion in China und der damit verbundene erhöhte Legierungsbedarf haben in Treibach die Umsätze in die Höhe getrieben. Dazu kommt, dass in Südafrika und Australien Werke zur Erzeugung von Vanadium stillgelegt wurden.

Das Jahr 2005 brachte am Standort Treibach-Althofen auch ein Plus von gut 40 Arbeitsplätzen. Derzeit sind rund 630 Menschen im Kärntner Werk beschäftigt. "Die Zuwächse sind nicht spektakulär, aber es sind hoch qualifizierte Arbeitsplätze," sagt Iro. "Doch sie haben wenig mit der Entwicklung im Bereich der Ferrolegierungen, sondern mit unserer neuen strategischen Ausrichtung zu tun," erläutert er.

Zusätzliches Standbein

Denn die Treibacher Industrie AG hat mit der Erzeugung von Funktions- und Strukturkeramik ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein aufgebaut. Diese Produkte sollen die Produktpalette ergänzen und den Standort Treibach-Althofen langfristig absichern.

Keramische Pulver werden für Wärmedämmschichten, für die Elektronikindustrie oder Ionenleiter, aber auch für Spezialbeschichtungen benötigt. Einer der Hoffnungsmärkte für diese Produkte ist der amerikanische Kontinent. Daher hat die Treibacher Industrie AG bereits vor zwei Jahren eine Verkaufsniederlassung in der kanadischen Stadt Toronto eröffnet. Sie soll maßgeblich an einem raschen Wachstum dieses Bereichs beteiligt sein. Gleichzeitig wird kräftig in die Forschung und Entwicklung sowie in Pilotanlagen investiert. Aber auch die Vanadiumproduktion wird um ein Viertel auf 5.500 Jahrestonnen ausgeweitet. (APA)

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