Österreichs Leistungsbilanz 2005 laut OeNB ausgeglichen

2. März 2006, 16:37
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Erste Schätzung: Leistungsbilanz 0,3 Milliarden Euro im Plus - Wertpapierinvestitionen im Ausland überschreiten 30 Milliarden Euro

Wien - Österreichs Leistungsbilanz schloss nach ersten Schätzungen der Nationalbank auch 2005 wieder im ausgeglichen Bereich. Wie die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Freitag mitteilt, wurde im Vorjahr nach der aktuellen Trendeinschätzung ein Überschuss von 0,3 Mrd. Euro nach minus 0,8 Mrd. Euro in der vergleichbaren Trendeinschätzung im Jahr zuvor erzielt.

Der ausgeglichene Bereich deckt laut Nationalbank +/- 1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ab. Die OeNB weist auf Anfrage darauf hin, dass sich die Werte dieser ersten Einschätzung nicht mit den detaillierten Analysedaten, die im April veröffentlicht werden, vergleichen lassen, da es sich um zwei grundsätzlich verschiedene Berechnungsmodelle handle. Ab dem kommenden Jahr werde es nur mehr ein Modell geben.

Höhere Waren und Dienstleistungserlöse von 137,8 (124,9) Mrd. Euro konnten laut Nationalbank 2005 die gestiegenen Einfuhraufwendungen von 133,6 (121,8) Mrd. Euro überkompensieren. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Reiseverkehr, der einen Überschuss von 3,3 (2,4) Mrd. Euro aufwies.

Einkommensbilanz gegenläufig

Gegenläufig entwickelte sich die Einkommensbilanz, die - bei stark expandierenden Bruttoströmen - mit -1,8 Mrd. Euro ein höheres Defizit aufwies als 2004 (-1,4 Mrd. Euro).

Österreichs Direktinvestoren haben ihr Auslandsengagement im Jahr 2005 auf netto 5,6 (2,6) Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Massiv höher lagen 2005 auch ausländische Direktinvestitionen in Österreich, die sich netto auf 5,2 (2,0) Mrd. Euro beliefen.

Die merkbar höheren Neubeteiligungen von 9,6 (3,7) Mrd. Euro wurden durch die Übernahme von in ausländischem Besitz befindlichen Bank Austria-Aktien durch die italienische UniCredit beeinflusst. Dieser Sondereffekt erhöhte das Direktinvestitionsvolumens und ging zu Lasten der österreichischen Wertpapierverpflichtungen gegenüber dem Ausland, so die Nationalbank.

Rekord bei ausländischen Wertpapierinvestitionen

Ein Rekordergebnis lieferten Österreichs Wertpapierinvestitionen im Ausland, die erstmals die 30 Mrd. Euro-Grenze überschritten. Mit 32,3 Mrd. Euro lagen die Veranlagungen um mehr als ein Viertel über dem Vergleichswert 2004. Besonders gefragt waren dabei ausländische Anteilscheine, die um die Hälfte zulegten und im Umfang von 4,7 Mrd. Euro gekauft wurden.

Bei Geldmarktpapieren waren Nettoverkäufe festzustellen, die aus dem Liquiditätsmanagement des Bundes resultierten. Etwas rückläufig entwickelten sich Österreichs Kapitalimporte aus Wertpapieren in Höhe von 23,1 (25,6) Mrd. Euro. Einerseits wurden Rentenwerte in geringem Ausmaß abgesetzt (18,5 nach 20 Mrd. Euro), andererseits reduzierte sich der Verkauf heimischer Aktien infolge des genannten Sondereffekts auf 4,7 Mrd. Euro.

Eine detaillierte Analyse der Zahlungsbilanz 2005 wird die OeNB am 25. April 2006 vorstellen. Nach der per Jänner 2006 erfolgten Umstellung des Erhebungssystems von Bankmeldungen auf Direkterhebungen bei den Wirtschaftsakteuren erfolgt im Mai die erstmalige Veröffentlichung der Zahlungsbilanzstatistik für die Periode Jänner bis März nach dieser Umstellung. (APA)

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