Einserfrage: G'riss um Tamiflu?

28. Februar 2006, 13:46
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Es antwortet: Franz Pfefferkorn von der Apotheke zur Hoffnung in der Heinestraße im zweiten Wiener Gemeindebezirk

derStandard.at: Gibt es viele Nachfragen zur Vogelgrippe bzw. Impfstoffen dagegen in Ihrer Apotheke?

Pfefferkorn: Eigentlich nicht. Das hat es vor ein paar Monaten gegeben, jetzt aber nicht.

derStandard.at: Obwohl die Vogelgrippe jetzt Österreich erreicht hat?

Pfefferkorn: Ja. Vor ein paar Monaten, als Tamiflu vergriffen war, hat es mehr Aufregung gegeben. Jetzt ist die Nachfrage aber gleich Null, obwohl die Vogelgrippe jetzt in Österreich aufgetreten ist. In den letzten Tagen haben wir gar kein Tamiflu verkauft.

derStandard.at: Wie erklären Sie sich das?

Pfefferkorn: Vielleicht, weil damals die Bedrohung neu war und auch noch mehr in den Medien darüber zu finden war. Damals war mehr Katastrophenstimmung. Mittlerweile scheint das jedem egal zu sein.

derStandard.at: Was wollten die Menschen, die vor ein paar Monaten zu Ihnen gekommen sind, wissen?

Pfefferkorn: Die meisten wollten wissen, ob Tamiflu gegen Vogelgrippe hilft.

derStandard.at: Und hilft's?

Pfefferkorn: Zuerst muss man sagen, dass das Geflügelpestvirus H5N1 noch nicht mutiert ist, das heißt noch nicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Das wird hoffentlich auch so bleiben.

Tamiflu, das von jedem praktischen Arzt verschrieben werden kann, hilft gegen die wirkliche Grippe. Ob es tatsächlich wirkt, wenn das Vogelgrippe-Virus mutiert, weiß kein Mensch. Aber es ist momentan das Einzige, das helfen könnte. Es gibt nichts Anderes.

derStandard.at: Und jetzt haben Sie genug davon auf Lager?

Pfefferkorn: Jetzt schon wieder.

Nachgefragt hat Rainer Schüller
  • Franz Pfefferkorn ist Mitarbeiter der Apotheke zur Hoffnung in der Heinestraße, 1020 Wien.
    foto: derstandard.at/rasch

    Franz Pfefferkorn ist Mitarbeiter der Apotheke zur Hoffnung in der Heinestraße, 1020 Wien.

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