Voest hebt Gewinnprognose an

3. März 2006, 14:23
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Nun "annähernd 700 Millionen Euro" Betriebsgewinn erwartet - Operatives Ergebnis nach neun Monaten um mehr als die Hälfte gesteigert, Gewinn je Aktie um gut 74 Prozent

Linz/Wien (APA) - Österreichs größter Stahlkonzern Voestalpine hat seine Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr 2005/06 abermals angehoben. Nach einem starken Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen rechnet Generaldirektor Wolfgang Eder nun mit einem Anstieg des operativen Gewinns (Ebit) auf "annähernd 700 Millionen Euro" (2004/05: 552,5 Mio. Euro). Bisher hatte seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr auf mehr als 600 Mio. Euro gelautet.

Wie bereits nach dem ersten Halbjahr sieht sich die börsenotierte Voestalpine auch nach dem dritten Quartal auf dem Weg zu einem neuen Ergebnisrekord. Beim Umsatz wird 2005/06 angesichts einer anhaltend guten Stahlkonjunktur ebenfalls ein historischer Höchstwert erwartet: Im Visier sind "deutlich über 6 Milliarden Euro". Im Jahr davor lag das Umsatzvolumen bei 5,8 Milliarden.

Mehrumsatz

Wie das Linzer Unternehmen am Freitag mitteilte, wuchs der Umsatz in den ersten neun Monaten 2005/06 um 16,4 Prozent von 4,17 auf 4,86 Mrd. Euro. Deutliche Zuwächse habe es dabei in allen Konzernsparten gegeben: Stahl (+18,3 Prozent), Bahnsysteme (+19,5 Prozent), Profile (+15,1 Prozent) und Automotive (+9,1 Prozent).

Ihre Rohstahlproduktion hat die Voestalpine, die zuletzt mehr als 23.400 Mitarbeiter beschäftigte, um 8,3 Prozent auf 4,73 Millionen Tonnen hochgefahren.

Betriebsgewinn legt um 56,6 Prozent zu

Im Gesamtkonzern stieg der Betriebsgewinn (Ebit) in den ersten drei Quartalen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 56,6 Prozent von 349,2 auf 547,0 Mio. Euro. Damit konnte bereits nach dem Ende des dritten Quartals der im Gesamtjahr 2004/05 erzielte Ebit-Wert annähernd erreicht werden, wie in einer Presseinformation angemerkt wurde.

Besonders starke Zuwächse verbuchte die Division Bahnsysteme (Schienen/Weichen) mit einem Ebit-Plus von 104,7 Prozent, die Stahlsparte steigerte ihren Betriebserfolg um 67,7 Prozent. In der Division Profilform blieb das operative Ergebnis zwar stabil (plus 0,2 Prozent), der gleichzeitige starke Umsatzanstieg ließ die Ebit-Marge aber von 11,6 auf 10,1 Prozent abrutschen. Wegen des unverändert schwierigen Branchenumfelds in der Autoindustrie war die Ebit-Marge auch in der Zuliefersparte Automotive mit 4,1 (nach 4,7) Prozent rückläufig.

Beim Vorsteuerergebnis (Ebt) übertraf der Voest-Konzern nach den ersten drei Quartalen (April bis Dezember 2005) mit 507,0 Mio. Euro den Vorjahreswert von 312,2 Millionen um 62,4 Prozent. Der Periodenüberschuss stieg um 76,8 Prozent von 210,3 auf 371,7 Mio. Euro, das Ergebnis je Aktie um 74,4 Prozent von 5,32 auf 9,28 Euro.

Die heute vorgelegten Geschäftszahlen lagen leicht über den Schätzungen heimischer Analysten. Gestern, Donnerstag, schloss die Voest-Aktie mit 96 Euro gut ein Prozent fester.

Investiert hat der Linzer Großkonzern in den ersten drei Quartalen 389,1 Mio. Euro. Den Anstieg um 5,4 Prozent begründet die Voestalpine vor allem mit der Großinvestition in das neue Schienenwalzwerk am steirischen Standort Donawitz. Für diese Fertigungsanlage, die Ende Jänner ihren Betrieb aufnahm, wurden insgesamt 66 Mio. Euro locker gemacht.

Ausbau in Linz

Wie die Voest heute weiter mitteilte, läuft in der Stahlsparte die Umsetzung der zweiten Stufe des eine Milliarde Euro schweren Ausbauprogramms "Linz 2010" nach Plan. Bis zum Sommer 2007 werde das Projekt abgeschlossen sein. Die zweite Stufe umfasst nicht nur eine Vakuumanlage, ein Kaltwalzwerk und eine Feuerverzinkungsanlage, sondern auch eine Schubbeize.

Das Eigenkapital des Voest-Konzerns belief sich per Ende Dezember 2005 auf 2,45 Mrd. Euro und lag damit um knapp ein Fünftel höher als im Jahr davor (2,05 Mrd. Euro). Gleichzeitig sank die Netto-Finanzverschuldung um 36,2 Prozent von 793,1 auf 506,2 Mio. Euro. Die Gearing Ratio (Netto-Finanzverschuldung in Prozent der Eigenmittel) fiel von 38,6 auf 20,7 Prozent. (APA)

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