Magere Weinernte in Österreich

13. Juli 2006, 17:19
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2005 wurde um 17 Prozent weniger Wein geerntet als im Vorjahr. Schuld am Rückgang sind vor allem die schlechten Witterungsverhältnisse

Wien - Mit 2,264 Mio. Hektoliter Wein wurde 2005 in Österreich um 17 Prozent weniger Wein geerntet als im Jahr davor. Der Fünfjahresschnitt wurde um 11 Prozent unterschritten, teilt die Statistik Austria in einer Aussendung mit. Regionale Fröste im Frühjahr, unbeständiges Wetter während der Blüte, feuchte, sonnenarme Sommermonate, Pilzerkrankungen sowie Fäulnisbefall waren keine besonders günstigen Voraussetzungen für das Weinjahr 2005, so die Begründung. Trotz schwieriger Erntebedingungen sind jedoch nach Aussage der Statistik Austria keine Qualitätseinschränkungen zu befürchten.

Einbruch bei Weiß-, Tafel- und Landweinen

Bei Weißwein wurde mit 1,5 Mio. hl um 18 Prozent weniger eingebracht als im Vorjahr. Dieser Wert liegt mit 16 Prozent deutlich unter dem Fünfjahresschnitt. Besonders hohe Ernteeinbußen gab es im Burgenland (minus 24 Prozent) und Wien (minus 14 Prozent). Die Steiermark konnte die Weißweinmenge hingegen weitgehend konstant halten (minus 2 Prozent).

Auch bei Rotweinen fiel die Produktion nach den mengenmäßigen Höhenflügen der letzten beiden Jahre mit 814.000 hl (minus 15 Prozent) deutlich zurück, was dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre entspricht. Die Ertragslage war allerdings regional sehr unterschiedlich. So gab es in Niederösterreich mit 364.200 hl einen Rückgang von 25 Prozent gegenüber 2004, womit auch der Fünfjahresschnitt um sechs Prozent verfehlt wurde. Das Burgenland notierte trotz 8 prozentigem Rückgang noch deutlich über dem Erntedurchschnitt der letzten fünf Jahre (plus 6 Prozent). Das beste Rotweinergebnis konnte in der Steiermark erreicht werden, wo 48.600 hl (plus 29 Prozent) eingebracht wurden. (plus 9 Prozent zum Fünfjahresschnitt).

Signifikant war der bundesweite Ernterückgang von Tafel- und Landweinen auf 216.800 hl (minus 53 Prozent), wobei der Rückgang bei Qualitäts- und Prädikatsweinen mit einem Minus von 10 Prozent auf 2 Mio. hl noch moderat ausfiel. Einbruch von 25 Prozent (33.800 hl) gab es auch bei Traubenmost.

Größte Weinmenge in Niederösterreich

Die größte Weinmenge wurde im Vorjahr wieder in Niederösterreich (1,4 Mio. hl, minus 20 Prozent) eingebracht, gefolgt vom Burgenland mit 690.100 hl (minus 16 Prozent) und der Steiermark, die mit 175.700 hl sogar um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Wien produzierte 19.500 hl (minus 13 Prozent) Wein und blieb nach dem vorangegangenen Rekordjahr noch immer deutlich über dem Produktionsdurchschnitt. (APA)

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